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AWG-Pläne für Senioren-Wohnungen

Aus dem Planungsausschuss in Tönisvorst : Plätze für Tagespflege am Schwimmbad?

Wohnungen für Senioren möchte die AWG an der Schelthofer Straße neben und hinter dem „Haus des Sports“ bauen.

Schon öfter waren die beiden städtischen Grundstücke östlich und westlich des Hallenbads H2Oh! an der Schelthofer Straße in St. Tönis Gegenstand von Diskussionen im Planungsausschuss. Jetzt ist die Allgemeine Wohnungsgenossenschaft Tönisvorst, kurz AWG, auf das östliche Grundstück, das mit seiner Spitze an den Westring angrenzt, aufmerksam geworden. Im Fachausschuss stellte die AWG den Antrag, das Grundstück am „Haus des Sports“ zur Verfügung zu stellen und Baurecht zu schaffen.

Konkret will die AWG auf einer Grundstücksfläche von 170 Quadratmetern ein Haus mit Wohnungen für Senioren hinter dem „Haus des Sports“ bauen. Ein Neubau für betreutes Wohnen mit zwölf Wohneinheiten für Menschen, die älter als 80 Jahre sind, soll neben dem „Haus des Sportes“ entstehen. Ein Gebäude mit 16 Tagespflegeplätzen soll zum Westring hin gebaut werden, wobei ein Teil der Grünfläche mit dem alten Baumbestand erhalten bleiben soll.

Das städtische Grundstück entlang der Schelthofer Straße biete sich aufgrund seiner „ortskernnahen Lage bei entsprechender Planung geradezu an“, heißt es im Antrag der AWG. Die Antragsteller weisen darauf hin, dass Handlungsbedarf in der Stadt herrsche. Laut Kreisverwaltung fehlen bis 2020 rund 180 „Wohnungen mit Service“ für betagte Menschen in Tönisvorst. Auch bei den Plätzen in der Tagespflege herrscht Bedarf. Per Auflage vom Kreis muss die Stadt mindestens 15 weitere Plätze schaffen.

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Während die Stadtverwaltung sich generell gut vorstellen kann, das Grundstück an die AWG zu verkaufen, sind die Politiker, allen voran die CDU-Fraktion, verhalten. „Ursprünglich hatten wir dieses und das Grundstück westlich des Schwimmbads für ein pfiffiges Wohngebiet für junge Familien vorgeschlagen“, erinnert Christiane Tille-Gander (CDU) an einen Antrag ihrer Fraktion aus dem Vorjahr, der einstimmig angenommen worden war. Nichtsdestotrotz sei die Idee der AWG gut, der Bedarf vorhanden. „Allerdings möchten wir zuerst klären, zu welchem Preis der Genossenschaft das Grundstück angeboten wird“, sagt Tille-Gander. Erst danach sei ihre Fraktion bereit, in die Planung einzusteigen und Baurecht zu schaffen. Die SPD-Fraktion würde das Vorhaben gern schneller vorantreiben und „Nägel mit Köpfen machen“, wie Helge Schwarz (SPD) sagt, bekommt dafür aber im Planungsausschuss nicht die Mehrheit. „Wir wollen uns nicht auf einen Anbieter festlegen, sondern erst den Wert des Grundstücks ermitteln und das Finanzielle klären“, argumentiert Tille-Gander. Der Einwand von Schwarz, die AWG sei seit langer Zeit der einzige Interessent für das Grundstück vor dem Schwimmbad, findet kein Gehör. So bleibt es also dabei, dass das Grundstück zum Bauland wird, wer dort was baut, muss sich aber noch zeigen.

Die Stadt hält außerdem weiter an dem Plan fest, das andere städtische Grundstück, das hinter der Wohnbebauung der Schelthofer Straße westlich des Schwimmbads liegt, als Wohnquartier für junge Familien auszuweisen. Einige Eigentümer von Nachbargrundstücken seien damit einverstanden, dass ihre Gartengrundstücke Baugrundstücke werden.