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Aufruf: Heimatverein Vorst sucht Totenzettel

Für das Archiv : Heimatverein Vorst sucht Totenzettel

Es geht um die Ahnenforschung: Wer noch Totenzettel zu Hause hat, wird gebeten, sich beim Vorster Heimatverein zu melden und ihm die Zettel zum Einscannen zur Verfügung zu stellen oder für das Archiv zu schenken.

Der Heimatverein Vorst 1978 bittet die Bürger um Mithilfe: Die Mitglieder suchen Dokumente, Bücher, alte Fotos, Ansichtskarten, Pläne, topographische Karten und auch Totenzettel, um die Geschichte des Ortes nachzuzeichnen. Diese werden im eigenen Archiv aufbewahrt.

Der Heimatverein wurde 1978 von Heimatfreunden gegründet, um die Mundart zu erhalten. Ziel und Aufgabe ist es aber auch, Besonderheiten und Traditionen, heimatliches Brauchtum sowie die Kunst und Kultur in Vorst oder der Region zu pflegen, zu bewahren und zu fördern, informiert der Vorstand: „Wir wollen die ,Alt-Vorster’ wie auch Neubürger für den Ort interessieren, um gemeinsam dazu beizutragen, geschichtlich und kulturell Interessantes zu erhalten und das Vorst der Gegenwart zu gestalten.“

Der Verein kümmert sich deswegen auch um die Ahnenforschung. Eine Datenquelle dafür sind die Totenzettel. Auf diesen werden Daten der Verstorbenen festgehalten und bei der Beerdigung den Hinterbliebenen zur Erinnerung geschenkt. Die Gestaltung der Totenzettel hat eine große Wandlung mitgemacht. Es gibt sie schon seit dem 19. Jahrhundert. Man liest heute, meist kurz und knapp, wo und wann jemand geboren und gestorben ist. Früher wurde unter anderem über die ganze Lebensgeschichte eines Verstorbenen berichtet, und teilweise waren die Totenzettel auch mit einem Foto des Verstorbenen ausgestattet, informiert der Verein.

Für Ahnenforscher ist es eine legale Möglichkeit, nach dem Tod eines Menschen an Daten zu gelangen, weil sie ja öffentlich ausgeteilt werden. Diese Totenzettelsammlung stellt quasi eine Art Galerie der Gemeindebewohner in Vorst dar, so der Verein.

Wer also noch solche Totenzettel zu Hause hat, wird gebeten, sich beim Vorster Heimatverein zu melden und ihm die Zettel zum Einscannen zur Verfügung zu stellen oder für das Archiv zu schenken. „Durch die Sammlung, Aufbewahrung und Digitalisierung schaffen wir uns ein ewiges Andenken an unsere Verstorbenen“, heißt es vom Heimatverein.

Der Aufruf sei auch deswegen so wichtig, weil es immer wieder passiere, dass für den Verein interessante und auch wichtige alte Dokumente in den Abfall gelangen, weil Nachkommen nach dem Tod eines Familienmitgliedes zu diesen alten Dokumenten keinen Bezug mehr haben und sie entsorgen.

Nähere Informationen sind auf der Internetseite des Heimatvereins zu finden unter www.­­heimatverein-vorst.de.

(RP)