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Auf einem Teil des katholischen Friedhofs in St. Tönis ist der Boden zu feucht

Katholischer Friedhof in St. Tönis : Feuchter Boden: Verstorbene verwesen nicht vollständig

Im östlichen Teil des katholischen Friedhofs in St. Tönis befindet sich zu viel ­Feuchtigkeit im Boden. Die Pfarrgemeinde St. Cornelius bietet Umbettungen an und würde dafür die Kosten tragen.

Es war kein angenehmer Anblick für den Friedhofsmitarbeiter, als er am Jahresanfang ein Grab aushob und auf einen nicht vollständig verwesten Leichnam stieß. „Offensichtlich gibt es im östlichen Bereich des katholischen Friedhofs das Problem, dass zu viel Feuchtigkeit im Boden dafür sorgt, dass die Zersetzung nicht in erforderlichem Maße fortschreitet“, erklärt Norbert Vloet vom Kirchenvorstand St. Cornelius.

Seit das Problem bekannt ist, sucht der Kirchenvorstand mit der Friedhofverwaltung nach Lösungen. Nachdem alle notwendigen Genehmigungen eingeholt worden sind, wurden jetzt zunächst die betroffenen Angehörigen informiert. Insgesamt geht es um etwa 400 Gräber. „Wenn es der Wunsch der hinterbliebenen Ehepartner ist, werden wir die beigesetzten Verstorbenen in Würde umbetten“, sagt Bärbel Schulze von der Friedhofsverwaltung. Die Kosten trage die Kirchengemeinde. Es sei auch möglich, den Leichnam nachträglich zu verbrennen und in einem Urnengrab beizusetzen, informiert die Mitarbeiterin.

Ist die Umbettung nicht gewünscht, können die Grabstätten erhalten bleiben und von den Angehörigen weiter gepflegt werden, bis der Bereich umgestaltet wird oder das Nutzungsrecht abläuft. Nach Ablauf des Nutzungsrechts werden die Grabstätten eingeebnet, eine Verlängerung des Nutzungsrechts ist in diesem Bereich nicht mehr möglich. „Auf lange Sicht werden wir die Fläche neu gestalten und dort Urnengrabstätten einrichten“, sagt Vloet. Sargbestattungen fänden auf dem betroffenen Teil des Kirchenfeldes ab sofort nicht mehr statt.

Was aber passiert mit den Familiengräbern in diesem Bereich? „Die Hinterbliebenen können eine neue Grabfläche aussuchen. Die laufenden Nutzungsrechte werden auf die neue Grabstätte überschrieben. Die Kosten für die Umbettung übernimmt auch hier die Pfarre“, erklärt Norbert Vloet, der die Belastung für die Angehörigen sehr bedauert. „Es ist eine schwierige Situation, aber wir stehen in der Verantwortung, dass die Toten die letzte Ruhe haben, und dem wollen wir nachkommen.“

Das Phänomen der Verwesungsstörung ist nicht selten. Experten schätzen, dass fast jeder Friedhof mit lehmigem Boden in Teilbereichen davon betroffen ist. Durch zu viel Wasser in der Tiefe von 1,60 bis zwei Metern wird die Zersetzung der Leiche im Sarg verhindert. Hautfette verwandeln sich durch die Feuchtigkeit in Leichenlipide, die sich wie Wachs auf die Haut legen und die weitere Verwesung verhindern. Deshalb spricht man auch von Wachsleichen. Tiefwurzelnde Bepflanzung, Holzsärge statt Metallsärge, Kleidung aus Baumwolle und nur leicht verdichtete Erde tragen gemeinhin dazu bei, dass Leichen schneller verwesen.

(wic)