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Tönisvorst: Aschermittwoch der CDU: Gelungene Premiere

Tönisvorst : Aschermittwoch der CDU: Gelungene Premiere

Über 100 Gäste waren der Einladung der Tönisvorster CDU zu diesem neuen Veranstaltungsformat gefolgt.

Statt Löwenbräu gab's Warsteiner, und statt politisch versprach die CDU, ihr Aschermittwochstreffen ganz unpolitisch zu feiern. Das Versprechen haben sie allerdings schnell gebrochen. Zum ersten Mal hatte die neue Spitze des CDU-Ortsverbandes zu einem Aschermittwochstreffen eingeladen, nachdem sie auf einen Neujahrsempfang verzichtet hatte. Und siehe da: Das Konzept kam an, nach den unruhigen Karnevalstagen kamen über hundert Gäste ins Clubhaus der Teutonia - das war mehr Zuspruch als die 70-Jahr-Feier der Tönisvorster CDU im vergangenen Jahr.

Günter Körschgen, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes, gestand bei seiner Begrüßung, etwas Lampenfieber zu haben. Doch das hatte er schnell überwunden, denn die Stimmung war aufgeräumt. Körschgen nutzte die Gelegenheit, mal die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich für die Geschicke der "liebenswerten Stadt" einsetzen, zu loben. In der Kommunalpolitik könne man hart in der Sache streiten. Auch in der Tönisvorster CDU sei man vielfach unterschiedlicher Meinung. Doch es gehe nicht um Nicklichkeiten, sondern um das Wohl der Menschen in Tönisvorst.

CDU-Landtagskandidatin Britta Oellers war Gastrednerin auf dem Empfang, zu dem der Tönisvorster Ortsvorstand Günter Körschgen (rechts), sein Stellvertreter Dirk Louy (links) und die Fraktionsspitze eingeladen hatten. Foto: WOLFGANG KAISER

Erst die Stadt, dann die Partei - dieser Meinung war auch Andreas Hamacher, der als Fraktionsvorsitzenden zu den Gästen sprach. Für dieses Aschermittwochstreffen nahm er sich nicht Passau und Franz Josef Strauß zu Vorbild. "Das ist nicht unsere Art, Politik zu machen." Die neue Fraktions-Doppelspitze Hamacher/Rütten setzt vielmehr auf Sacharbeit und Transparenz. Dieser neue Weg der etwas anderen Art sei in der Fraktion gut angekommen. Das Wortspiel von der "kraftlosen Landespolitik" kam dann auch im Saal gut an - denn man war unter sich. Auch wenn die CDU alle Spitzen der im Rat vertretenen Fraktionen eingeladen hatte, war nur Peter Lambertz, Fraktionsvorsitzender der UWT, der Einladung der CDU gefolgt. Hamacher zeigte auch den Grünen im Rat die gelbe Karte. Seit die Fraktion eine Doppelspitze gewählt habe, wiederholten die Grünen ständig ihre Attacken dazu. Die CDU habe darauf nicht reagiert. "Wir diskutieren in der Sache, und sonst nicht." Wohin die Tönisvorster SPD steuere, sei unklar. Ihr fehle der Kompass, meinte Hamacher.

Hamacher wiederholte noch mal die neue Politik in Sachen Haushalt. Der Umgang mit dem städtischen Haushalt müsse effizienter werden, anders ausgerichtet, halt wie in der freien Wirtschaft. Leider werde das Neue Kommunale Finanzmanagement in den meisten Gemeinden sehr zögerlich umgesetzt. Das sei aber absolut zwingend, deshalb habe die CDU etliche Prüfanträge gestellt. Steuererhöhungen dürften nur das letzte Mittel der Politik sein. Ziel müsse es sein, Tönisvorst als familienfreundliche Stadt zu erhalten. Hamachers kommunaler Traum sei, die Gewerbesteuer eines Tages senken zu können. ebenso die Grundsteuer und mehr Gewerbeflächen zu vermarkten, wenn der Wasserschutz in St. Tönis entfalle.

Britta Oellers, die ihre LandtagsKandidatur nur hauchdünn vor Dirk Louy aus Tönisvorst gewonnen hatte, nutzte die Gelegenheit, ihm für den fairen Wettbewerb zu danken. Der Ortsverein Tönisvorst habe mit Louy sowieso gewonnen. Oellers nahm die Landespolitik in den Blick und attestierte der Regierung unter Hannelore Kraft eine miserable Bilanz. Nordrhein-Westfalen sei in vielen Bereichen Schlusslicht, nur in den Einbruchsstatistiken stehe das Land ganz vorne. NRW sei ebenso Stauland Nr. 1. "Diese Landesregierung kriegt nichts auf die Kette." Die Gängelung und das Gutmenschentum der rot-grünen Regierung müsse ein Ende haben.

Dann wurde der "unpolitische" Teil eingeläutet. Die CDU hatte dazu die Mundartspezialisten der beiden Heimatvereine in St. Tönis und Vorst eingeladen. Aber auch da wurde es politisch: Der Vorster Heinz-Josef Köhler brachte einen Driet-Sack nach St. Tönis mit - und ließ ihn einfach da.

(RP)