Tönisvorst: Anwohner halten am Bahnübergang fest

Tönisvorst: Anwohner halten am Bahnübergang fest

Nach Plänen der Bahn soll der Bahnübergang Steinheide zurückgebaut werden. Autos und Fahrräder könnten die Schienen dann nicht mehr queren. Die Anwohner sind entsetzt.

Kinder, die nicht mehr auf sicherem Weg mit dem Fahrrad zum Schulzentrum Horkesgard oder zu den Reiterhöfen kommen; Anwohner, die große Umwege fahren müssen; ein Bauer, der keine Verbindung mehr zwischen seinen Feldern rechts und links der Bahnschienen hat - das wären die Folgen aus der Schließung des Bahnübergangs Steinheide, wie ihn die Deutsche Bahn plant.

Mittwochabend stand das Thema auf der Tagesordnung des Bau- und Verkehrsausschusses. Einige Anwohner des Bahnübergangs an der Tönisvorster Stadtgrenze sind ins Rathaus gekommen, um zu hören, wie die Politiker sich positionieren. Die aber wissen gar nicht, ob sie überhaupt eine Möglichkeit haben, Einfluss auf die Entscheidung der Bahn zu nehmen. "Ich werde das prüfen", sagt Jörg Friedenberg, zurzeit kommissarischer Leiter des zuständigen Fachbereichs bei der Stadt.

Auch im Gespräch mit den Anwohnern nach der Sitzung verspricht der Verwaltungsmitarbeiter, sich zu kümmern. "Listen Sie mir bitte die Argumente auf, die gegen eine Schließung sprechen und ich werde sehen, was ich machen kann", sagt Friedenberg. Letztendlich werden es aber wohl die Kosten sein, die entscheiden. Laut Deutscher Bahn würde eine Ertüchtigung des beschrankten Bahnübergangs etwa 600.000 Euro kosten. Die Stadt Tönisvorst würde mit einem Drittel an den Kosten beteiligt.

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Ein Rückbau des Übergangs (die Straße würde durch Erdwälle von den Gleisen abgetrennt, die Fläche entsiegelt und die Technik abgebaut) würde hingegen 150.000 Euro kosten. Auch daran würde die Stadt mit einem Drittel beteiligt, könnten sich davon aber wiederum 70 Prozent über ein Förderprogramm zurückholen. Der querende Verkehr soll dann über den Bahnübergang an der Widderschen Straße fahren.

"Dieser Übergang ist total unübersichtlich und es wird viel zu schnell gefahren", sagt Anwohner Karl Borgouns. Besonders für Radfahrer sei die Querung an dieser Stelle zu gefährlich. "Wir wollen die Stadt in die Pflicht nehmen, haben aber Sorge, dass uns die Zeit wegläuft", sagt Borgouns. Die Bahn hingegen verspricht, im Laufe des Jahres ein Planfeststellungsverfahren, zu dem eine Bürger- und Behördenbeteiligung gehören, einzuleiten. Die Anwohner aus Steinheide könnten dann ihre Argumente gegen eine Schließung vorbringen. Mit einem Rückbau des Bahnübergangs Steinheide ist laut Bahn nicht vor 2021 zu rechnen.

(WS03)