Anwohner beschweren sich über Lärm und Dreck am Wilhelmplatz in St. Tönis. Die CDU greift das Thema auf.

St. Tönis: CDU knüpft sich Wilhelmplatz vor

Anwohner beschweren sich über Lärm und Dreck am Wilhelmplatz. Die CDU fordert in einem Antrag die Stadtverwaltung auf, in dieser Frage tätig zu werden. Das „Wie“ ist allerdings völlig offen.

Die CDU-Fraktion hat jetzt ein Problem, das Betroffene in einer Bürgersprechstunde loswerden konnten, in den Hauptausschuss gebracht. Es geht um den Wilhelmplatz. Anwohner beobachten dort eine Gruppe, die sich bei den öffentlichen Bänken treffen, dort trinken, rauchen und laut sind. In ihrem Antrag spricht die CDU-Fraktion von „Störungen und Verletzungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“. Der Antrag soll dazu führen, dass die Stadt Maßnahmen zur Verbesserung der Situation und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität ergreifen kann.

In St. Tönis gibt es seit längerem eine kleine Gruppe von Bürgern dieser Stadt, die auffällig werden. Erst kamen Klagen über abendlichen Lärm und Abfall am Kiosk am Pastorswall, dann beschwerte sich der Werbering über störende Mitmenschen, die es sich auf den Bänken auf dem Rathausplatz bequem machten und angeblich auch Passanten oder Besucher der Außenterrasse an der Hochstraße ansprachen. Jetzt scheint sich die Szene auf den Wilhelmplatz zu verlagern. Immer, wenn Beschwerden auftauchen und die Stadt mit stärkeren Kontrollen reagiert, wandert man weiter.

An der Endhaltstelle der Straßenbahn aus Krefeld sieht es leider sehr versifft aus – kein schönes Entree für die Stadt. Foto: Heribert Brinkmann

Die Diskussion im Hauptausschuss zeigte vor allem zwei Dinge: Zum einen befindet sich vieles in der Stadt Tönisvorst in einer großen Warteschleife. So will man den Wilhelmplatz schon lange planerisch umgestalten, dazu braucht man allerdings die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Krefeld, deren Straßenbahnlinie 041 auf dem Wilhelmplatz endet. Die Stadtwerke bauen ihre Haltestellen barrierefrei um. Der Wilhelmplatz kommt aber nicht in diesem und auch nicht im nächsten Jahr an die Reihe, weil laut swk in diesem Zeitraum keine Fördermittel mehr zu bekommen seien. Also muss die Stadt bis mindestens 2020 warten, bis man gemeinsam baulich etwas verändern kann. Es macht ja nur Sinn, gemeinsam an eine Umgestaltung zu gehen und nicht getrennt vorzugehen.

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Das Zweite ist eine gewisse Ratlosigkeit. Man kennt das viel ernstere Problem der Junkies vom Theaterplatz in Krefeld, das seit Jahren bekannt ist und das bis auf verstärkte Kontrollen hingenommen wird. Diese Ratlosigkeit gibt es auch in Tönisvorst. In der Diskussion im Hauptausschuss bot Bürgermeister Thomas Goßen an, die Probleme am Wilhelmplatz „inhaltlich aufzuarbeiten“. In Kürze komme man mit der Kreispolizei zu einer Sicherheitskonferenz zusammen. Da werde man auch über den Wilhelmplatz sprechen. Die zwei Betroffenen hätten aber auch nur ihr subjektives Empfinden dargestellt.

Auch die Fahrradständer sind in die Jahre gekommen, die Plexiglasdächer sind schnell verdreckt. Investiert wird hier schon lange nicht mehr. Foto: Heribert Brinkmann

Christiane Tille-Gander (CDU) platzte da der Kragen: Es gehe nicht um subjektives Empfinden, und eine Kriminalstatistik helfe da nicht weiter. Es handele sich um Ruhestörung und Verunreinigung. Man müsse die Bürgersorgen ernst nehmen. „Das war von uns kein Show­antrag“. Und die anderen Fraktionen? Torsten Frick (FDP) zweifelte, dass es sich am Wilhelmplatz um einen Problem-Schwerpunkt handele. Hans Joachim Kremser (SPD) sagte, es stimme leider, was da quasi unter dem Fenster des Bürgermeisters im Rathaus passiere. Neben der Ordnungspolitik gebe es in dieser Frage auch eine soziale Ebene, Stichwort Streetworker. Aber man könne nicht so tun, also ob es diese Menschen nicht gebe.

Nun werden sich sowohl der Bau- und Umweltausschuss als auch der Sozialausschuss mit der Thematik befassen, und die Verwaltung wird in der nächsten Hauptausschuss-Sitzung am 11. Dezember ihre eigenen Ansätze vorstellen.

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