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Anbau-Pläne für Grundschule in Tönisvorst zurückgestellt

Schulausschuss : Anbau-Pläne für Grundschule zurückgestellt

Kontroverse Diskussion im Schulausschuss: Die Verwaltung soll zunächst den Bedarf an den anderen Grundschulen ermitteln.

Es beginnt mit einer Anfrage der CDU-Fraktion zum Thema Raumplanung an den Grundschulen. „Alle Grundschulen sollen im Wettbewerb um die Kinder gleich gut aufgestellt sein und gleich behandelt werden, deshalb möchten wir wissen, wo es welche Probleme gibt und wie die beseitigt werden können“, erläutert Sabine Zeuner (CDU) die Anfrage. Beate Jacobs, Rektorin der St. Töniser Grundschule Hülser Straße, weist darauf hin, sie habe nicht das Gefühl, dass die Schulen gleich behandelt würden.

„Wir hatten in den vergangenen beiden Schuljahren vier Eingangsklassen, das heißt, die Hälfte der St. Töniser Eltern haben sich für unsere Schule entschieden“, führt Beate Jacobs aus. Weil es dadurch eng geworden sei im Schulgebäude, habe sie sich früh an die Stadt gewandt und vorgeschlagen, den Dachboden auszubauen, den Raum über den Toiletten aufzustocken oder zur Not die Aula zum Klassenraum  zu machen. Letzteres sei umgesetzt worden, wohl weil es die kostengünstigste Lösung gewesen sei.

„Auch wir sind seit fünf Jahren eine integrative Schule und haben nicht genug Räume für die Differenzierung, wir haben sieben OGS-Gruppen, aber keine Mensa, wir haben auch keine Herrentoilette für die sechs Männer im Team“, listet Jacobs auf. Und auch wenn die Schulleiterin es nicht aus­spricht, ist doch klar, worum es geht: Die Grundschule Hülser Straße hat die gleichen Platzprobleme wie die Grundschule Corneliusstraße, und für die hat die Verwaltung einen Erweiterungsbau geplant (die RP berichtete).

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Einen Erweiterungsbau für die Hülser Straße habe die Stadt mit der Begründung, es gebe genügend Klassenräume für alle Grundschüler im Stadtgebiet, abgelehnt, sagt Jacobs. Außerdem habe die Verwaltung festgelegt, dass die Schule Hülser Straße im nächsten Schuljahr nur noch drei Eingangsklassen bilden darf, um der Raumnot Herr zu werden. „Ich hoffe nicht, dass durch die ganze Diskussion der Ruf meiner Schule angekratzt ist“, sagt Jacobs abschließend.

Auf die Tagesordnung und damit in die Öffentlichkeit gekommen war der geplante Erweiterungsbau für die Corneliusstraße, weil die SPD-Fraktion einen Antrag auf einen Anbau gestellt hat. Während die SPD-Vertreter sich freuen, auf ihren Antrag so schnell ein fertiges Konzept von der Verwaltung vorgelegt zu bekommen, sind CDU- und FDP-Vertreter pikiert. „Wir haben aus der Zeitung erfahren, dass die Verwaltung ein Konzept für einen Neubau an der Corneliusstraße hat. Wir bitten darum, künftig erst im Ausschuss zu diskutieren, bevor ein Konzept vorgelegt wird“, sagt Vanessa Thienenkamp (FDP).

Thomas Kroschwald (CDU) fügt hinzu: „Es ist gefährlich, mit dem Elternwillen zu spielen und die Eltern scharfzumachen, bevor etwas diskutiert und beschlossen ist.“ Christa Voßdahls (SPD) argumentiert, das Thema sei nicht neu, vor einem Jahr habe es eine Begehung der Schule gegeben, und schon damals sei die Raumnot besonders in den Bereichen Übermittagsbetreuung und Inklusion ein Thema gewesen. Die CDU bleibt dabei: Das Konzept, das die Verwaltung laut Fachamtsleiter Lars Schaath in den vergangenen Monaten gemeinsam mit der Schulleitung entworfen habe, sei gut, aber das sei der zweite Schritt vor dem ersten.

„Wir wollen zunächst den Bedarf an allen Grundschulen klären, damit die Schulen gleichberechtigt an den Start gehen können“, sagt Sabine Zeuner. Und Thomas Kroschwald fügt an, es sei auch wichtig zu wissen, was wie viel kostet und wie viel Geld überhaupt da sei, um allen gerecht zu werden. Das Argument von Helge Schwarz (SPD), der Erweiterungsbau an der Cornelius­straße werde zu einem Drittel über das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz finanziert, dessen Mittel nicht unbegrenzt zur Verfügung stünden, und zu einem weiteren Drittel aus dem Verkauf einer Teilfläche des Schulgrundstücks, überzeugt die Mehrheit nicht.

Mit den Stimmen aus CDU, FDP und UWT und gegen die Stimmen von SPD, Grünen und GUT (7:6) wurde der Erweiterungsbau für die Grundschule Corneliusstraße auf unbestimmte Zeit zurückgestellt und beschlossen, dass die Verwaltung zunächst ein Gesamtkonzept für alle Grundschulen erstellen soll.