Am Baggersee Graverdyk plant die Tönisvorster Ortsgruppe vom NABU ein Informations-Projekt.

Baggersee Graverdyk : Durch Information die Natur schützen

Am Baggersee Graverdyk plant die Tönisvorster Ortsgruppe des Nabu ein Informations-Projekt. Der Startschuss kann dank einer Spende der EGN Viersen erfolgen.

Der Blick von der Aussichtsplattform am Baggersee Graverdyk fällt auf eine Anzahl von Wasservögeln, die sich auf dem Gewässer tummeln. „Wir haben in diesem Gebiet zwölf verschiedene Wasservögel. Die Palette reicht von Fisch- und Graureiher über Zwerg- und Haubentaucher bis hin zu Stockenten“, informiert Reimer Martens, Leiter der Ortsgruppe Tönisvorst vom NABU, der eigens ein Spektiv mitgebracht hat, um die Tiere genauer beobachten zu können. Allein bei einer Zählung am Vortag konnten 200 Graugänse verzeichnet werden, die tagsüber auf den Feldern und Grünwiesen auf Nahrungssuche gingen und mit Einbruch der Dunkelheit wieder das Baggerloch aufsuchten. Aus Eigenschutz gehen die Vögel nämlich nachts aufs Wasser, weil sie dort vor Fressfeinden wie dem Fuchs sicher sind.

Welche Wasservögel am Baggersee Graverdyk anzutreffen sind, darüber möchte der Ortsverein die Besucher der Aussichtsplattform zukünftig informieren. Es ist geplant, eine erste große Informationstafel zu den verschiedenen Vögeln aufzustellen. Möglich macht das eine Spende der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN). Das Unternehmen verzichtet seit Jahren auf Weihnachtsgeschenke für seine Kunden und spendet das eingesparte Geld an gemeinnützige Organisationen. „Als Entsorger liegt uns die Natur am Herzen. Abfall und Umweltschutz liegen dicht beieinander“, bemerkt Betriebsstättenleiter Wolfgang Peters. 1500 Euro gingen so an die Tönisvorster Ortsgruppe. „Damit können wir nun unser neues Projekt am Baggersee starten“, freut sich Udo Beine von der Ortsgruppe.

Das geplante große Informationsschild zu den Wasservögeln ist dabei der Auftakt. Des Weiteren soll an der Aussichtsplattform ein kleines Holzhaus, das als Informationstreffpunkt dienen soll, errichtet werden. Dorthin möchte die Ortsgruppe Kitas und Schulen einladen und über den Lebensraum Wasser inklusive der umliegenden Felder, Wiesen und Waldgebiete informieren. „Dieser Bereich ist ein hochwertiges Habitat für Wasser- und Singvögel, den es zu schützen gilt. Das möchten wir verdeutlichen“, sagt Martens.

Wer weiß, wie wichtig dieses Stück Natur ist, schützt es auch gerne. Zudem sollen weitere Informationsschilder folgen. Ein größeres Insektenhotel, das sehr gut angenommen wird, hat die Ortsgruppe Willich bereits an der Aussichtsplattform mit ihren Himmelsbänken aufgestellt.

Der Holcim Beton und Zuschlagstoffe GmbH, der das Gelände gehört und die es auskiest, liegen Naturschutz und Rekultivierung sehr am Herzen. Der rund 19 Hektar großen Seefläche ist so nicht anzusehen, dass sie keinen natürlichen Ursprung hat, sondern es sich um eine Auskiesungsfläche handelt. „Wir selber wollen weitere Flachwasserzonen schaffen und möchten zudem ein Brutfloß bauen“, sagt Andreas Richter, Projektleiter bei Holcim und für den Umweltschutz tätig. Sie begrüßen die Pläne vom NABU sehr.

Die Ortsgruppe möchte außerdem Nistkästen auf dem Gelände des Baggersees aufhängen. „Wir hoffen, dass das Gebiet zum Schutzgebiet erklärt wird“, sagt Beine. Dabei müssen sich Naturschutz und mögliche spätere Freizeitnutzung des Gewässers nicht ausschließen. Der Baggersee ist schließlich groß genug.

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