Aktionstag des Löschzug St. Tönis der Freiwilligen Feuerwehr an Mühlenstraße

St. Tönis : Kleine Brandmeister in großer Aktion

Wenn es an der Mühlenstraße knallt, zischt, qualmt und raucht, dann ist es wieder soweit: Der Löschzug St. Tönis der Freiwilligen Feuerwehr richtet seinen Aktionstag aus und sorgt damit für den ersten Höhepunkt der Ferien.

„Das war kein Feuer, das war nur eine Nebelmaschine“, weiß die achtjährige Amelie. Trotzdem fand sie den Besuch im Rauchzelt „toll“, wie ihr überhaupt das ganze Feuerwehrfest gut gefällt. Jedes Jahr am ersten Samstag der Ferien lädt der Löschzug St. Tönis der Freiwilligen Feuerwehr zum Aktionstag in und am Gerätehaus Mühlenstraße ein. „Wir dachten, das ist das übliche Feuerwehrsommerfest“, sagt Stefanie Richter, die mit ihrem Sohn Felix das Fest zum ersten Mal besucht, „aber hier wird ja richtig was geboten.“

Tatsächlich lassen sich die Mitglieder des Löschzugs jedes Jahr etwas Neues einfallen, um die vielen Zuschauer zu begeistern und ihre Arbeit vorzustellen. War im vorigen Jahr eine Höhenrettungsgruppe aus Essen zu Gast, parkt in diesem Jahr der Truck des Feuerwehrausbildungszentrums auf dem Gelände. „Wenn es in einem Zimmer brennt, lauft raus, macht die Tür zu und sagt euren Eltern Bescheid“, erklärt Thomas Härtel den Kindern, die die Flashover-Übungsanlage besuchen.

Als der Feuerwehrmann eine Tür im Truck öffnet, brennt es dahinter lichterloh. Härtel erklärt, dass Erwachsene, wenn sie den Brandherd sehen, das Feuer löschen können. „Gehen Sie gebückt auf das Feuer zu und halten Sie den Feuerlöscher direkt in die Flammen.“ Wenn allerdings nur Rauch im Zimmer und das Feuer nicht zu sehen sei, dann: „Schließen Sie die Tür und rufen Sie die Feuerwehr.“ Zu groß sei die Gefahr einer Rauchvergiftung. „In einem Raum voller Rauch atmen Sie zweimal, dann fallen Sie um.“

Weniger dramatisch geht es ein paar Meter weiter zu. Dort „trainiert“ der fünfjährige Paul gerade für den Einsatz. Zunächst läuft der Junge über eine Strickleiter, die am Boden liegt, dann muss er einen Holzklotz mit einem Gummihammer über den Boden hämmern. Auch einen Sandsack gilt es zu werfen und im Slalom zu laufen, bevor er das Wasser aufdrehen und mit dem Schlauch spritzen darf. „Damit üben wir spielerisch Geschicklichkeit, Wurftechnik und Koordination“, erklärt Feuerwehrmann Franco Abreu Ventura.

Auch an den anderen Stationen des „Mini-Firefighter-Parcours“ steht das Spielerische im Vordergrund. So wird ein kleines Feuer gelöscht und in das Dachfenster eines Holzhäuschens solange Wasser gespritzt, bis der Pegel „Oberbrandmeister“ anzeigt. Auch ein Basteltisch, ein Container voller Sand und eine Riesencarrerabahn sind aufgebaut. Außerdem dürfen kleine und große Besucher in die Fahrzeuge klettern und sich die Geräte genau anschauen.

Und natürlich ist auch die Jugendfeuerwehr im Einsatz. Die Jugendlichen betreuen die Stationen des Parcours‘, erklären den Besuchern die Geräte und erläutern an Infoständen und mit Schauübungen, was sie in der Jugendfeuerwehr lernen und wie die Vorbereitung auf den aktiven Dienst aussieht.

Ebenfalls dabei: Mitglieder der DRK-Ortsgruppe Tönisvorst, die praktische Tipps zur Ersten Hilfe geben und großzügig Pflaster verteilen.

Spektakulär sind die Schauübungen zur Brandbekämpfung und zur technischen Hilfeleistung. Dazu hat der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr in diesem Jahr eine gasbefeuerte Übungsanlage besorgt. „Die Gasflamme kann man nicht mit Wasser löschen“, erklärt Wehrführer Rolf Peschken. Spezielle Technik sei nötig, um die Flamme einzufangen. Vor dem Hintergrund, dass derzeit eine Gaspipeline quer durchs Stadtgebiet verlegt wird, finden die Besucher es beruhigend, dass die Tönisvorster Wehr weiß, was zu tun ist, wenn dort Gas austritt und in Brand gerät.

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