Tönisvorst: 81-Jähriger gefoltert - Räuber immer brutaler

Tönisvorst : 81-Jähriger gefoltert - Räuber immer brutaler

Beim Raubmord in Tönisvorst hat die Einbrecherbande den 81 Jahre alten Rentner vor seinem Tod brutal misshandelt. Die Polizei registriert eine zunehmende Gewaltbereitschaft der Täter.

Die schweren Misshandlungen des 81-Jährigen wurden durch die Obduktion bestätigt, teilte die Polizei am Montag mit. Die Ermittler vermuten, dass die Täter den Mann auf diese Weise zwingen wollten, Verstecke von Wertgegenständen und Bargeld preiszugeben. Das Opfer wurde vergangenen Mittwoch schwer verletzt im Hauseingang gefunden. Der Rentner starb wenig später in einem Krankenhaus. Die Mordkommission geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um eine Bande von drei bis vier Männern und einer Frau handelt. Die Kriminellen werden für eine ganze Reihe von Einbrüchen verantwortlich gemacht.

Seit Jahren steigt in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Wohnungseinbrüche. Dabei gehen die Täter wie in Tönisvorst immer brutaler vor. Nach Angaben der Polizei reicht es vielen Kriminellen nicht mehr aus, nur das Haus nach Wertgegenständen zu durchsuchen. "Sie quälen ihre Opfer, um zum Beispiel die Geheimzahl für die EC-Karte zu erfahren", sagt Wolfgang Spies, stellvertretender Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen.

Bei den Tätern handelt es sich nach Angaben der Ermittler um straff organisierte Banden. "Sie sind erfolgsorientiert und geben sich nicht zufrieden, bevor sie Beute gemacht haben", erklärt Spies. Die Gewaltbereitschaft habe oft mit dem Herkunftsland des Täters zu tun. "Wer in einem Bürgerkriegsgebiet aufgewachsen ist, hat eine geringere Hemmschwelle", so Spies.

Ein Sprecher des Landeskriminalamtes rät Opfern, die Forderungen der Täter zu erfüllen. "Man weiß nie, wie der Einbrecher bewaffnet ist", sagte er: "Es hat keinen Sinn, Widerstand zu leisten und den Helden zu spielen."

(RP)