20 Jahre Verein Bürgerbus Tönisvorst

20 Jahre Verein Bürgerbus : Dreimal bis zum Mond und zurück gefahren

Der Verein Bürgerbus Tönisvorst hat sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Bei Regen und Sonne, Schnee und Glatteis haben die Ehrenamtler in den vergangenen beiden Jahrzehnten 440.000 Fahrgäste sicher an ihr Ziel gebracht.

Die Idee kommt aus den Niederlanden. „Buurtbus“ heißt er da. Seit Dezember 1999 fährt er auch durch Tönisvorst, der Bürgerbus. „Er ist kein Rennwagen, nicht mal ein schnittiges Gefährt, trotzdem zaubert er Menschen ein Leuchten in die Augen“, sagt Bürgermeister Thomas Goßen bei der Feier zum 20-jährigen Bestehen des Bürgerbusvereins. Rund 200 Gäste sind gekommen, darunter auch Bürgerbusfahrer aus anderen Städten, um Jubiläum zu feiern. Für die musikalische Unterhaltung sorgen das Ensemble „AkkZente“ des Akkordeon-Orchesters und die Kreismusikschule Viersen.

Horst Dicken, seit 2015 Vorsitzender des Bürgerbusvereins, nutzt die Feier, um verdiente Fahrerinnen und Fahrer auszuzeichnen, der Stadt und SWK Mobil für die Zusammenarbeit zu danken und ein paar beeindruckende Zahlen zu nennen: „Unsere Fahrer haben in den vergangenen 20 Jahren 75.000 Stunden am Steuer gesessen, sind zwei Millionen Kilometer gefahren, das entspricht sechsmal der Entfernung zwischen Erde und Mond, und haben 440.000 Fahrgäste befördert.“ Zurzeit habe der Verein 44 Fahrinnen und Fahrer, die täglich zwei bis drei Stunden ihre Runden drehen. Insgesamt gab es in den vergangenen zwei Jahrzehnten 90 Fahrer.

Tatsächlich aber, das macht Thomas Goßen in seiner Ansprache klar, sei der Bürgerbus mehr, als ein Beförderungsmittel. „Er bringt Menschen zusammen, er hilft Senioren, mobil zu bleiben, in die Stadt zu kommen und den Kontakt zu anderen zu halten.“ Der Bürgerbus sei ein Erfolgsmodell und es sei kein Zufall, dass bis heute noch fünf Fahrer aus der Gründungszeit am Steuer säßen und ihr Ehrenamt mit Freude ausfüllten. Aber es müsse auch klar sein, dass der Bürgerbus kein selbstverständlicher Service sei, den man einfordern könne.

„Der Verein wird von Ehrenamtlern getragen, die dafür ihre Zeit opfern“, stellt der Bürgermeister klar, der noch eine Neuigkeit im Gepäck hat: Ab Januar 2020 kann das Bahnticket des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) genutzt werden, um vom Wilhelmplatz mit dem Bürgerbus kostenlos in die Wohngebiet zu fahren. Aber auch für Menschen ohne Bahnticket ist der Bürgerbus erschwinglich: 1,30 Euro kostet die Fahrt für Erwachsene, 80 Cent für Kinder zwischen sieben und 14 Jahren, Kinder bis sechs Jahre und Schwerbehinderte fahren kostenlos.

Möglich ist das durch das Engagement der Ehrenamtler und die Unterstützung der Stadtsparkasse, des Landes und der Stadtwerke Krefeld. Unterwegs ist der Bürgerbus bei jedem Wetter von montags bis freitags zwischen 7.40 und 18.36 Uhr. Samstags fährt er von 8.40 bis 14.36 Uhr. Sein Dreh- und Angelpunkt ist der Wilhelmplatz. Von dort geht es über die Ringstraße ins Pippergebiet, zum Schwimmbad, zu Krankenhaus und Altenheim, zur Pappelallee und durch das Wohngebiet Sternstraße. Auch das Seidenviertel ist über den Bus an die Innenstadt angebunden.

Insgesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen in 138 Kommunen Bürgerbusse, rund 300 bundesweit. „Besonders in den ländlichen Gebieten ist der Bürgerbus ein unverzichtbarer Baustein im System“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Marcus Optendrenk, der ebenso wie seine Kollegin Britta Oellers zur Feierstunde gekommen ist.

Mehr von RP ONLINE