Solingen: Zwei Tage und zwei Nächte

Solingen: Zwei Tage und zwei Nächte

Bis Sonntag, 16 Uhr, präsentieren rund 100 Künstler in und um die Güterhallen 48 Stunden lang Malerei, Musik, Filme oder Installationen. "Die Nächte bringen noch einmal eine ganz andere Atmosphäre", sagt Bärbel Ludwig.

Das Programm von "Nur 48 Stunden" umfasst vier eng bedruckte Seiten. 48 Stunden lang, zwei Tage und zwei Nächte, werden an diesem Wochenende rund 100 Künstler aus ganz Deutschland Musik, Malerei, Fotografie, Filme und Installationen präsentieren. Michael Nonn kommt aus Hannover, wo das Kunstprojekt "48 Stunden" vor rund vier Jahren ins Leben gerufen wurde und seitdem erfolgreich stattfindet. "Wir haben einige Künstler aus den Güterhallen bei einem Ausstellungsprojekt in Hannover kennengelernt", erzählt er, "und hatten schon länger überlegt, ob unser Konzept auch für andere Städte interessant sein könnte."

Sieben Künstler aus der niedersächsischen Hauptstadt unterstützen die Aktion in den Güterhallen an diesem Wochenende als GastKünstler, Michael Nonn stellt, wie die Haaner Goldschmiedin Katharina Schafarschik, im Atelier von Boris von Reibnitz aus. "Wir drei werden in beiden Nächten um Mitternacht gemeinsam an einem Kunstwerk arbeiten" erzählt von Reibnitz, dazu wird Literatur aus dem 16. Jahrhundert, unter anderem von Boris Vian, gelesen. "Die künstlerische Arbeit, die Lesung und die Musik von Frank Kistner am Kontrabass sollen ein Gesamterlebnis für alle Besucher werden."

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Vor dem Atelier von Peter Amann steht ein großer, grauer Bauwagen. "Darin ist es ganz dunkel, man hört nur Möwengeschrei und Wellenrauschen", erzählt Amann. Je zwei Leute könnten sich in dem Bauwagen aufhalten, "die Installation ist quasi zum Entspannen." In seiner eigenen Ausstellung geht es indes um das Thema Schiffe und Hafen. "Wir zeigen im Ausstellungsraum Schiffe aus Stahl und Stein, die zum Teil in Kooperation mit anderen Künstlern entstanden sind", erzählt Amann. In der Hafenspelunke in der unteren Etage des Ateliers wird an der Bar für das leibliche Wohl gesorgt. Im Gleis 3, ihrem Atelier, lacht Bärbel Ludwig, sieht es bunt aus. "Jeder konnte ein Bild bringen", erzählt sie. Grundsätzlich gefalle ihr die Idee, 48 Stunden zu öffnen, richtig gut. "Die Nächte bringen eine ganz andere Atmosphäre." Daniel Porst stellt drei Fotografien aus. Sie zeigen Auberginen, Rambutan und Mandarinen. Porst stammt aus Nürnberg, "die Idee mit den 48 Stunden fand ich so gut, dass ich mitmachen wollte." Auch Heiko Preller aus Hannover ist mit seinen Fotografien zu Gast: "Mein Interesse ist es, mit der Wirklichkeit zu spielen. Gerade bei Fotografie ist das möglich." Deshalb seien seine Bilder alle unscharf fotografiert, "so bleiben nur Sehmuster übrig, die alle Menschen abgespeichert haben, der Rest setzt sich im Kopf zusammen."

(RP)