Solingen: Zwei Investoren für Gräfrather Supermarkt

Solingen: Zwei Investoren für Gräfrather Supermarkt

Der Konflikt ist alt, die Fragen auch: Bekommt Gräfrath einen Einkaufsmarkt in der Nähe des Ortskerns? Und wenn ja wann und wo genau? Neu aber ist, dass nach mehreren Jahren wieder Bewegung in die Sache gekommen ist. Denn jetzt konkurrieren zwei Investoren: Siegfried Lapawa bittet die Politik, sich zu entscheiden, welchen Standort sie favorisiert. "Wenn der beste Standort der Ortskern ist, würde ich mich nicht dagegen sperren", sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Schon vor zwölf Jahren hatte er hierfür eine Bauvoranfrage gestellt, die damals aber von der Stadt unter anderem wegen der Bachlaufrinne abgelehnt worden sei.

Auf der anderen Seite plant Kissel-Projektplan beziehungsweise die Onus Consulting GmbH. Sie präferiert ein Grundstück am Rande des Gewerbegebiets Dycker Feld. Für den Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD) sind die Präferenzen klar: "Priorität hat ein Standort im Ortskern, so dass er auch für die alternde Bevölkerung Gräfraths gut zu Fuß zu erreichen wäre." Er wünsche sich eine Belebung des Orstkerns, die nicht zu Lasten der Verkehrssituation oder des bereits ansässigen Einzelhandels gehen dürfe. "Klar aber ist: Es gibt eine neue Ausgangslage, auf deren Basis neu verhandelt werden muss."

Für Siegfried Lapawa käme auch der Standort alter Bahnhof Gräfrath in Betracht. "Dafür gab es bereits einmal eine positive Bauvoranfrage", erinnert er. Würde ein Supermarkt hier realisiert, müsste aber die Korkenziehertrasse verlegt werden. "Die geht mitten durchs Grundstück des Bahnhofsgeländes", so der Unternehmer, "und sollte dort eigentlich einen anderen Verlauf nehmen".

Gespräche mit Politikern

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Auch Dr. Norbert Zimmermann, geschäftsführender Gesellschafter der Onus Consulting GmbH, sieht dort ein Problem. Er hält es auch für nicht denkbar, dass es zwei neue Märkte in Gräfrath geben würde. "Einer müsste schon nach wenigen Jahren wieder schließen", ist er sich sicher.

Den weiteren Prozess will jetzt Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer steuern: "Gemeinsam mit Politikern aller Parteien und auch der Verwaltung wird es Gespräche geben, so dass ich mir ein Stimmungsbild machen kann." Die nächste Bezirksvertretungssitzung findet nämlich erst im Februar statt – bis dahin soll bereits das Projekt Einkaufsmarkt angeschoben worden sein.

Mit diesem Vorhaben hat Vogtländer Investor Zimmermann auf seiner Seite. Der aber warnte davor, die Standortfrage zu beantworten, bevor der Bedarf geklärt ist. "Erst muss klar sein, wie groß der Markt sein soll – ob Vollsortimenter oder nicht – bevor festgelegt werden kann, wo der gebaut wird."

(RP)
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