Zuzüge lassen Solingen wachsen

Klingenstadt zählt 162.444 Einwohner: Zuzüge lassen Solingen wachsen

Die Klingenstadt zählt von Jahr zu Jahr mehr Einwohner. Mehr als ein Drittel hat ausländische Wurzeln.

Heute ist Weltbevölkerungstag. 7,6 Milliarden Menschen leben nach Angaben der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung auf der Erde. Tendenz steigend. Auch in Solingen legt die Einwohnerzahl seit einigen Jahren wieder zu. Ende 2017 wohnten 162.444 Menschen in der Klingenstadt. Für den Bevölkerungszuwachs sorgen jedoch nicht mehr Geburten, sondern Neubürger, die nach Solingen ziehen. So kamen im vergangenen Jahr 685 Menschen mehr als abwanderten.

Wer auf die Statistik der vergangenen Jahr blickt, sieht 2011 eine Wende. Bis dahin war die Solinger Bevölkerungszahl seit 1974 (174.995 Einwohner) mit kleinen Ausreißern stetig gesunken – bis auf den bis dato tiefsten Wert von 158.513. Seitdem geht es bergauf. Für den Zuwachs sorgen Neubürger mit ausländischem Pass. Mehr als ein Drittel der Solinger (55.786) hat eine Zuwanderergeschichte, 26.509 besitzen nicht die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Stadtbezirk Mitte liegt ihr Anteil bei rund einem Viertel (24,8 Prozent).

Wie die demografische Struktur aussieht, kann jeder am Keck-Atlas im Internet ablesen. „Keck“ steht für „Kommunale Entwicklung – Chancen für Kooperation“ und wurde von der Bertelsmann-Stiftung initiiert. Das Portal gibt aktuell Daten zur Solinger Bevölkerung von 2010 bis 2017 wieder, wird aber stetig fortgeschrieben. Der Keck-Atlas zeigt zum Beispiel auf, dass mehr als ein Fünftel (20,8 Prozent) der Solinger Kinder und Jugendlichen, von Hartz IV lebt. Besonders hoch ist die Kinderarmut im Stadtbezirk Mitte: Dort beziehen 33,9 Prozent der unter 15-Jährigen Sozialleistungen. Zum Vergleich: In Gräfrath sind es nur 11,8 Prozent.

Ein Fünftel (21,3 Prozent) der Solinger ist 65 Jahre und älter. Besonders hoch ist der Anteil der Senioren in Burg/Höhscheid (23,3 Prozent). Die meisten Jungen (unter 18 Jahre) leben im Stadtbezirk Mitte (18,3 Prozent).

Die Mehrheit der im vergangenen Jahr geborenen Kinder stammt ebenfalls aus Mitte: 480. Im ­Durchschnitt sind Solinger Mütter bei der Geburt ihrer Kinder 30 Jahre alt. Die meisten Sterbefälle (stadtweit 2095) wurden hingegen in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid (635) registriert.

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Der Keck-Atlas weist auch den sozialen Wohnungsbau aus: 2016 gab es 4039 Sozialwohnungen in der Stadt. 2010 waren es noch 5083. Innerhalb von nur sechs Jahren ist die Zahl besonders geförderter Wohnungen für Bedürftige also um rund 1000 Einheiten gesunken.

Das Thema Wohnen hat auch die Stadtverwaltung im Blick. Die Stadtplaner im Rathaus gehen davon aus, dass sich das Bevölkerungswachstum in der Klingenstadt weiter fortsetzt. Mit einem Handlungskonzept Wohnen, dessen Fertigstellung noch in diesem Jahr angepeilt wird, soll der Wohnungsmarkt weiterentwickelt werden. In Zusammenarbeit mit einem Bochumer Büro hat die Stadtverwaltung eine Haushaltsbefragung durchführen lassen. Die Untersuchungen haben erste Engpässe in der Versorgung mit Wohnraum im preiswerten Bedarfssegment signalisiert, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus.

Bei den Kindertagesstätten wurde der Schalter längst umgelegt. Während 2006 noch Kitas geschlossen wurden, um zu sparen, wird seit Jahren wieder investiert. Zahlreiche neue Kindergärten wurden bereits gebaut. Bis 2023 sollen acht weitere Kitas in mehreren Stadtteilen eröffnen.

Auch bei den Schulen geht die Stadtverwaltung inzwischen von steigenden Zahlen aus. Der neue Schulentwicklungsplan soll aufzeigen, wo mehr Platz geschaffen werden muss.

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