fourtexx: Zutritt zum Server nur per Handauflegen

fourtexx: Zutritt zum Server nur per Handauflegen

Das IT-Unternehmen Fourtexx expandiert: als Spezialist für Personalsysteme und Zugangskontrolle.

Wie funktioniert Industrie 4.0? Nicht indem man alles Alte über Bord schmeißt. Fourtexx wirbt mit "Made in Solingen": "Wir bringen zu unseren Terminen immer Zöppken mit unserem Logo mit", sagt Henner Pasch. Der geschäftsführende Gesellschafter der "sehr speziellen IT-Firma" und seine Mitarbeiter haben nicht nur jedes Jahr einen anderen Messertyp im Gepäck, sondern legen ihrer "Bestechung" zudem gleich Pflaster bei.

Auf Vorsorge ist auch das ganze Geschäftsmodell von Fourtexx ausgelegt. Allerdings geht es nicht darum, Ausrutscher zu verarzten, sondern Probleme von Anfang an zu verhindern und eine effektive Arbeit zu garantieren. Fourtexx hat zwei Geschäftsbereiche: Personalmanagement und Zugangskontrolle. Die Kunden kommen vor allem aus Deutschland. Zu ihnen zählen große namhafte Unternehmen aus der Klingenstadt ebenso wie Axel Springer in Berlin.

Mit "Human Resources Management" machen die 16 Mitarbeiter etwa drei Viertel des Umsatzes. Er lag im vergangenen Jahr bei 2,8 Millionen Euro und soll in diesem Jahr drei Millionen Euro erreichen. "Bei dem Personalmanagement-System geht es darum, den richtigen Mitarbeiter zur richtigen Zeit am richtigen Ort und zu den richtigen Kosten einzusetzen", erläutert Pasch.

Abgedeckt wird alles, was mit Personalwirtschaft zu tun hat - vom Bewerbermanagement bis zur Zielvereinbarung. Seit rund drei Jahren bietet Fourtexx aber auch verstärkt Zugangskontrolle sowie Videoüberwachung an - und kann das natürlich in der neuen Zentrale an der Grünewalder Straße in Höhscheid präsentieren.

Im vergangenen Jahr zog Fourtexx von der Mankhauser Straße in Ohligs an den ehemaligen Firmensitz des Schneidwarenproduzenten Hugo Köller auf Höhe des Gründer- und Technologiezentrums. In den Kauf und den Umbau der Immobilie, die zuletzt von Schüco genutzt wurde, investierten die Gesellschafter rund 2,5 Millionen Euro.

"Und es ist noch kein Ende abzusehen", kommentiert Henner Pasch. Momentan wird gerade das Kontor im Vorderhaus hergerichtet. "Ich liebe die alten bergischen Industriegebäude und arbeite grundsätzlich nur mit Firmen von hier", betont der gebürtige Solinger. Ein Aquarium fehlt noch, aber die Technik funktioniert perfekt. Etwa am Serverraum: Der Zutritt wird ähnlich wie beim Kunden WebID in Ohligs kontrolliert. Während in der dortigen Zugangsschleuse auch noch das Gewicht des Mitarbeiters erfasst und verglichen wird, orientiert sich das Zugangssystem bei Fourtexx an den Venen in der Hand.

Wenn sich Geschäftskunden angesagt haben, versetzt Henner Pasch das Haus mit einem Knopfdruck in den "Besuchermodus". Dann geht beispielsweise automatisch das Licht auf den Toiletten an. "An so etwas habe ich Spaß", freut sich der Gesellschafter. Aber natürlich kümmert sich das System um viel mehr, kann etwa bei einem Brand mitteilen, wie viele Mitarbeiter im Haus sind und somit gerettet werden müssen. "Die Kunden wollen moderne Systeme haben", unterstreicht Pasch. "Wie viele Unternehmen haben heute noch einen Hausmeister oder einen Pförtner ? Das Gebäude muss sich quasi automatisch melden."

"Es wird wahnsinnig viel gebaut, und niemand nimmt mehr ein konventionelles Schließsystem", sieht Henner Pasch weiter viel Arbeit auf Fourtexx zukommen. "Aus Datenschutzgründen muss dokumentiert werden, wer wann und wo Zutritt hatte. Mit unseren beiden Geschäftsbereichen profitieren wir vom wirtschaftlichen Auf- wie Abschwung." Deshalb plant er die Expansion: "Wir überlegen, ob wir uns ein eigenes Hochsicherheits-Rechenzentrum aufs Dach setzen."

Weitere Aufträge erwartet man bei Fourtexx im Juni: "als einziger Solinger Aussteller" bei der nächsten "Cebit" in Hannover. "Im IT-Feld sind immer noch die meisten als Generalisten unterwegs", erläutert Pasch. "Es gibt eine enorme Menge an Wettbewerbern. Was uns ausmacht: Wir können nicht alles. Aber was wir anbieten, das können wir richtig gut."

Das will das Fourtexx-Team auch erstmals bei der Solingen-Messe zeigen - an einem Gemeinschaftsstand mit dem Systemhaus Erdmann, ebenfalls im Juni.

Das Wachstum will gefeiert werden: Im September wird sich Fourtexx an der Solinger Lichternacht beteiligen. Pasch: "In Solingen bewegt sich in der Zwischenzeit so viel. Da müssen noch mehr mitmachen." Mehr können auch bei Fourtexx mitmachen. "Wir suchen eigentlich etwas, was es nicht gibt: kommunikative IT-Nerds."

(flm)