Solingen: Zur Kissel-Feier ausladen lassen

Solingen: Zur Kissel-Feier ausladen lassen

Die Initiative Rettung Dorper Kirche hat dem Bauunternehmer Günther Kissel angeboten, Spenden zu seinem 90. Geburtstag für die Dorper Kirche zurück zu überweisen.

Eine delikate Angelegenheit: Zum Geburtstag des für sein rechtes Gedankengut bekannten Solinger Bauunternehmers Günther Kissel waren auch Repräsentanten der Initiative Rettung Dorper Kirche eingeladen. Denn der Senior-Chef des Bauunternehmens wie auch das Bauunternehmen Kissel selbst haben die kostspielige Sanierung der Dorper Kirche mit Spenden unterstützt. Mehr noch: Auf der Einladung zur Feier seines 90. Geburtstags bat der Unternehmer, anstelle von Geschenken die Initiative Rettung Dorper Kirche mit einer Spende zu unterstützen.

Der Feier blieben jedoch sowohl Axel Heibges, Vorsitzender der Initiative, als auch Pfarrer Joachim Römelt vom Vorstand fern: Wie der Dorper Pfarrer gestern auf Nachfrage bestätigte, lud der Jubilar sie beide de facto wieder aus. Hintergrund war ein Brief, mit dem der Vorstand der Initiative auf die angefügte "ungehalten Rede" reagierte. "Wir haben einen freundlichen, aber klaren Brief geschrieben", sagte Römelt. Das rechte Gedankengut habe man nicht ignorieren können. "Das ist keine Kleinigkeit. Da ist Widerspruch nötig", betonte Römelt.

Heibges und Römelt stellten es Kissel anheim, ob er angesichts offenkundig gegensätzlicher Positionen die Einladung noch aufrecht erhalten wolle. Dieser habe sie daraufhin sinngemäß wissen lassen, dass er auf sie als Gäste keinen Wert mehr lege, berichtete Römelt. Hätte Kissel die Einladung aufrecht erhalten, wären er und Heibges bei der Feier zugegen gewesen — "als Repräsentanten der Initiative, aber auch als Repräsentanten unserer Gegenposition".

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Keine Rolle habe bei der Entscheidung, so mit der Einladung zu verfahren, die Überlegung gespielt, möglicherweise auf Spenden für die Dorper Kirche verzichten zu müssen. "Wir haben Kissel angeboten, die Spenden aus Anlass seines Geburtstags zugunsten der Initiative zurück zu überweisen", so Römelt. Kissel habe abgelehnt. Weil die Spenden nicht über den Bauunternehmer, sondern direkt von den Eingeladenen auf das Konto der Initiative überwiesen wurden, habe man nicht schon die Annahme verweigern können, erläuterte der Pfarrer. Bei den eingegangenen Spenden handelt es sich laut Römelt um eine insgesamt vierstellige Summe.

Das Angebot der Rücküberweisung habe sich nicht auf die gemeinsame Spende des Unternehmens Kissel und seines Senior-Chefs bezogen. "Mit der Firma Kissel haben wir kein Problem", sagte Römelt. Das Bauunternehmen ist die ausführende Firma bei den Sanierungsarbeiten an der Dorper Kirche. Für alle beteiligten Firmen gebe es ein reguläres Ausschreibungsverfahren. Heißt: Die Rechnungen werden komplett beglichen. "Die Firmen haben dann die Möglichkeit, einen Teil als Spende zurück zu überweisen", beschrieb Römelt das Verfahren.

(RP)
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