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Zukunftsmesse: Stadt Solingen zeigt digitale Fortschritte

Zukunftsmesse in Solingen : Stadt zeigt digitale Fortschritte

Neue Errungenschaften und geplante Projekte demonstrierte die Stadt am Samstag auf ihrer „Zukunftsmesse“. Das Besucher-Interesse im Theater und Konzerthaus war überschaubar.

Was haben ein Aquarium und ein Dummy für Notfallübungen mit Digitalisierung zu tun ? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch auf der „Zukunftsmesse“ im und vor dem Konzerthaus-Foyer sowie im Kleinen Konzertsaal fielen sie als Blickfänge zwischen all den riesigen Monitoren und Endgeräten auf – und verdeutlichten, dass Digitalisierung kein Begriff aus dem luftleeren Raum ist, sondern ganz praktisch das Leben von Menschen beeinflusst.

Im Aquarium steckte ein kleiner Prototyp eines Wassersensors und konnte anhand der Druckverhältnisse Erkenntnisse über den Wasserpegel liefern – eine Fähigkeit, die sich die Stadt Solingen in Zukunft im Umgang mit Unwettern zunutze machen will. 40 bis 60 dieser Sensoren sollen bald an neuralgischen Stellen im Stadtgebiet, an denen sich zum Beispiel bei Starkregen viel Wasser sammelt, ihrer Arbeit nachgehen – und wichtige Daten liefern.

„Bis wir damit Prognosen aufbauen können, brauchen wir zwei bis vier Jahre“, erklärt Nils Gerken, Stadtdienstleiter von Solingen.digital. Der hat sich die Entwicklung der Klingenstadt zur „Smart City“ auf die Fahne geschrieben. Für das gleichnamige Modellprojekt bekommt die Stadt neun Millionen Euro Förderung vom Bundesinnenministerium, um die kommunale Infrastruktur in die Zukunft zu führen.

 Nils Gerken, Stadtdienstleiter von Solingen.digital, stellte unter anderem die überarbeitete „Solingen App“ vor.
Nils Gerken, Stadtdienstleiter von Solingen.digital, stellte unter anderem die überarbeitete „Solingen App“ vor. Foto: Alexander Riedel
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Welche Herausforderung das ist, verdeutlichte Nils Gerken anhand des städtischen Service-Portals, über das die Stadt zukünftig sämtliche Dienstleistungen, für die man sonst einen Berg an Formularen hätte ausdrucken müssen, auf digitalem Wege – also über Heim-PC oder Smartphone – abrufbar machen will: „Es geht um über 180 Fachverfahren, um die wir uns kümmern müssen.“ Bezahlsysteme müssten ebenso aufbereitet werden wie Möglichkeiten, um etwa das eigene Auto an- oder abzumelden.

Auch die Verfahren im Hinblick auf persönliche Angaben oder Registrierungen müsse man immer nach dem jeweiligen Anliegen gestalten, ergänzte Sonja Ern vom Solingen.digital-Team. Das stellte die Neuerungen auf der Messe den Besuchern aus der Stadtgesellschaft vor. Die schlenderten in eher überschaubarer Zahl an den Ständen vorbei und informierten sich. So erfuhren sie zum Beispiel, wie man nach verlorenen Besitztümern in der Datenbank für Fundsachen Ausschau halten, Exponate des Deutschen Klingenmuseums mitsamt Infos abrufen oder eine im nächsten halben Jahr geplante Hochzeit anmelden kann, ohne vor dem Haus Kirschheide in der Schlange zu stehen.

„Mich hat die Thematik immer interessiert“, sagte Besucherin Monika Sabatschus. Ihre Altersgruppe, stellte die 67-Jährige beim Rundblick über das Foyer fest, sei jedoch klar unterrepräsentiert. „Es wäre sicherlich auch wichtig gewesen, deutlich zu machen, welchen Nutzen gerade die ältere Generation durch die Digitalisierung hat.“ Ein virtueller Rundgang durch eine Kunstausstellung, ohne weite Reisen würde sie zum Beispiel reizen, verriet sie. Doch wie soll es Menschen ergehen – und auch das machte Sabatschus deutlich – die eben nicht technik-affin sind? „Wir wollen jeden mitnehmen“, betonte zum Beispiel Kai Wißmann von der städtischen Personalabteilung – und stellte klar: „Wir denken immer dual.“ Digitalisierung und auch analoge Möglichkeiten würden prinzipiell in allen Bereichen nebeneinander existieren.

Ganz analog, von Mensch zu Mensch, wird schließlich auch in Zukunft die Lebensrettung im Wesentlichen funktionieren, wenn auch mit digitaler Unterstützung – womit wir beim eingangs erwähnten Dummy wären: An diesem üben angehende Rettungsassistenten ihre Arbeit – und erhalten über ein Tablet die simulierten EKG-Daten des „Patienten.“ „Das ist viel anschaulicher, als wenn sich die Auszubildenden das nur vorstellen müssten“, erklärte Lehrer Moritz Brünn.