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Solingen: Zugpferd oder Newcomer ?

Solingen : Zugpferd oder Newcomer ?

Wie bereits beim vorigen Mal wird es auch auf dem kommenden Kreisparteitag der FDP (28. Februar) zur Kampfabstimmung kommen: neu gegen etabliert, jung gegen alt.

Diesmal heißen die Kontrahenten nicht Stefan Pistor (der aus beruflichen Gründen den Posten aufgegeben hat) und Ulrich G. Müller, sondern Jörg Neuhaus (40) und Heinz-Eugen Bertenburg (64). Damals siegte der Newcomer. Und diesmal ? Wie es ausgeht, will sich jetzt noch niemand festlegen. Wochenlang zierte sich der pensionierte Schulleiter, entschied sich kurz vor Neujahr zur Kandidatur und ließ sie zwei Tage vor dem traditionellen Neujahrstreffen der FDP, den der Burger Ortsverband ausrichtete, über die Medien verkünden.

Ulrich G. Müller kandidiert nicht

Allerdings stellen sich zwei Ortsverbände hinter Neuhaus. Sein eigener, Burg, und vor kurzem auch der Gräfrather. In Mitte sei die Kandidatur zwar auch behandelt worden, eine Aussage aber bewusst nicht gemacht worden, sagte Mitte-Vorsitzender Gerd Brems im Gespräch. Auch die Walder halten sich zurück. An deren Spitze steht niemand Geringerer als Ulrich G. Müller.

Er hatte im Falle seiner Wahl auf dem Kreisparteitag 2006 Neuhaus zu seinem Stellvertreter machen wollen. Inzwischen will sich Müller nicht mehr für den ein oder anderen positionieren. Nur eines ist mittlerweile für ihn klar: Kandidat Nummer drei wird er nicht. Er hätte sich nur aufstellen lassen, wenn sonst niemand Kreisparteivorsitzender hätte werden wollen, so Müller. Stattdessen will er verbindend wirken: "Es wäre sinnvoll für die Partei, wenn der jeweils Unterlegene beim anderen Stellvertreter würde."

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Bertenburg, selber Ratsmitglied und Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, setzt auf eine "gewisse Unterstützung der Fraktion". Die versichert ihm denn auch seine Fraktionsvorsitzende Gabriele Reimers: In der Fraktion sei nicht thematisiert worden, hinter welchen der Kandidaten — die beide die Qualifikation hätten — man sich stellen wolle. Für sie sei aber klar, dass Bertenburg im Hinblick auf die drei Wahlen 2009 (Europa-, Bundes- und nicht zuletzt Kommunalwahl) der richtige Mann sei, er als Bürgermeister sei dabei "ein Zugpferd", so Reimers.

Für einen neuerlichen Versuch der Verjüngung ist dieser Kreisparteitag ein wahrlich ungünstiger Zeitpunkt. So wirft Bertenburg 35 Jahre Parteizugehörigkeit in die Waagschale, 25 Jahre davon ununterbrochen im Vorstand der Kreispartei und seinen "Bekanntheitsgrad" im Hinblick auf das kommende Wahljahr. Jörg Neuhaus, Liberaler seit 2002, hat die eigene Partei im Blick: Sein Ziel sei es, die Mitglieder wieder einzubinden und die Partei nach vorne zu bringen: "Die Liberalen müssen in Solingen wieder als Marke erkennbar sein."

Dafür hat er im Hinterkopf sein Wunschteam bereits parat. Aber auch einen Heinz-Eugen Bertenburg als seinen Stellvertreter schließt er nicht aus. Ob er auch im Falle einer Niederlage diesen Schritt machen wolle ? Er werde sich in keine Schmollecke verziehen; ihm gehe es nicht um ein Pöstchen oder sich in Positur zu laufen für ein mögliches Ratsmandat. — Bei der Wahl 2009 wird die Zahl der Ratsmitglieder von 58 auf 52 reduziert. Da könnte es wichtiger denn je sein, vorne auf der jeweiligen Reserveliste der Parteien zu stehen.

(RP)