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Zentrum für verfolgte Künste unterstützt regionale Künstler

Ausstellung : Aus der Isolation hinein ins Zentrum

Das Zentrum für verfolgte Künste unterstützt Künstler aus dem Bergischen Städtedreieck mit einer Ausstellung. „Aus der Isolation – ein künstlerischer Dialog“ ist bis zum 13. September in Gräfrath zu sehen.

Nachdem feststand, dass das Zentrum für verfolgte Künste aufgrund der Corona-Pandemie sein reguläres Ausstellungsprogramm für 2020 nicht würde durchführen können, fassten Museumsdirektor Jürgen Kaumkötter und Kuratorin Birte Fritsch den Entschluss, stattdessen im Bergischen Städtedreieck lebende Kreative in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Das Zentrum rief deshalb in Form einer offenen Ausschreibung alle Solinger, Remscheider und Wuppertaler Künstlerinnen und Künstler dazu auf, „die Zeit der Isolation, des Abgeschnittenseins, der womöglich erfahrenen Vereinsamung und existenziellen Sorgen künstlerisch zu dokumentieren und zu verarbeiten“.

Aus den eingereichten Bewerbungen hat eine Jury sechs Positionen ausgewählt, die jetzt unter dem Titel „Aus der Isolation – ein künstlerischer Dialog“ bis zum 13. September im Zentrum für verfolgte Künste zu sehen sind. Die Wahl fiel auf die Künstler Detlef Bach, Tatiana Feldman, Fabian Nette, Birgit Pardun, Schneider+Mombaur und Peter Wischnewski. Alle durften sich neben der Aufnahme in die Ausstellung auch über ein Preisgeld von jeweils 500 Euro freuen. „Durch Ausstellungsabsagen frei gewordene Mittel wollen wir als Beihilfe einsetzen“, so Museumsleiter Kaumkötter, der zusammen mit Birte Fritsch „Aus der Isolation“ auch kuratiert hat.

„Herausgekommen ist eine ernste, aber manchmal auch amüsante Ausstellung“, beschreibt Kaumkötter die Präsentation der Arbeiten, die im Gräfrather Museum in den Dialog mit Werken aus der Sammlung des Zentrums treten. „Mit Blick auf das Gegenwärtige zeigen wir aus der Vergangenheit insbesondere Werke von Oscar Zügel, Carl Rabus und Felix Nussbaum“, so Kaumkötter. Denn: „Das wesentliche Motiv der Kunstwerke unserer Sammlung sind Grenzerfahrungen, wie Emigration, Flucht, Vertreibung, Verlust der bürgerlichen Freiheitsrechte und Isolation.

Eines der ungewöhnlichsten Projekte, die für die Ausstellung „Aus der Isolation“ vom Zentrum realisiert wurde, ist die den (Museums)Innenraum mit dem Blick nach außen verbindende Installation „Spiegelgasse“ des Duos Schneider+Mombaur. Güdny und Wolfram Schneider Mombaur haben ein blindes Fenster des Museums verspiegelt und an der Wand gegenüber den titelgebenden Schriftzug angebracht. Ein großes Fenster im Übergang zum oberen Ausstellungssaal bietet den besten Blick auf die Installation. Mit dem Titel Spiegelgasse verweisen Schneider+Mombaur auf die Adresse des Cabaret Voltaire in Zürich – den Gründungsort der Dada-Bewegung. „Auch Dada gab einer unsicheren Zeit künstlerischen Ausdruck“, beschreibt das Künstlerduo sein Konzept.

Das Aufzeigen der Kraft, die aus Isolation im Exil, Chaos, Zerstörung in einer verkehrten Welt strömen kann, ist in allen in der Ausstellung gezeigten Werke zu finden – im „Corona Tagebuch“ von Detlef Bach in der Literatursammlung des Zentrums ebenso, wie in den Fotografien von Fabian Nette, in den der Künstler Vereinzelung und Abgeschnittenheit in den Fokus rückt.