Solingen: ZDS-Schüler ziehen in Jugendherberge

Solingen: ZDS-Schüler ziehen in Jugendherberge

Die Süßwaren-Fachschule hat für zwei Jahre die Gräfrather Jugendherberge angemietet. Im Sommer wird entschieden, wo der Neubau einer Herberge entstehen soll.

Im Juni und Juli sind noch Übernachtungen in der Gräfrather Jugendherberge möglich. Beispielsweise vom 11. Juli bis zum Ende dieses Sommermonats. Verfügbar heißt es für die entsprechenden, mit grüner Farbe unterlegten möglichen Buchungstage. Danach, ab 1. August, dominiert die rote Farbe für "nicht verfügbar" - und das nicht nur für wenige Tage, sondern gleich für zwei Jahre: Die Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft (ZDS) hat die Jugendherberge am Flockertsholzer Weg zunächst für 24 Monate angemietet. "Was darüber hinaus passiert, ist nicht Thema von heute", sagt Bernhard Meyer, stellvertretender Geschäftsführer des Jugendherbergswerk Rheinland.

Die Zentralfachschule braucht für ihre Auszubildenden ein neues Wohnheim und will in der Gräfrather Jugendherberge rund 60 Auszubildende unterbringen. Hintergrund: Ende des Jahres läuft der Mietvertrag mit der Stadt für ein Altgebäude des Eugen-Maurer-Hauses in Gräfrath aus, in dem die ZDS bislang ebenfalls junge Menschen einquartiert hat.

Rund 130 Auszubildende sind regelmäßig in den ZDS-Wohnheimen untergebracht, die Techniker haben Wohnungen in Privatquartieren überwiegend in Gräfrath angemietet. Neben dem Wohnheim direkt am Schulgebäude De-Leuw-Straße gibt es noch das Jugendhaus am Wald, rund 300 Meter entfernt an der Melanchthonstraße - das nun bald nicht mehr zur Verfügung steht.

Handeln war also angesagt für die Verantwortlichen der ZDS. Großer Vorteil ist, dass die Jugendherberge in unmittelbarer Nähe zur ZDS an der De-Leuw-Straße liegt. Zumindest in den Sommermonaten kann dort den Auszubildenden auch mehr Möglichkeiten zum Sporttreiben angeboten werden, nachdem der ZDS die Sportstunden in der Grundschule Gerberstraße gestrichen worden waren, erklärte jüngst das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der ZDS, Andreas Bertram. Er schloss auch perspektivisch den Kauf des Jugendherbergsgeländes nicht aus. Allerdings nur, wenn dies für die ZDS finanziell darstellbar wäre.

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Zwischenzeitlich war das Haus am Flockertsholzer Weg für drei Monate vom Land für Flüchtlinge angemietet worden. Zuletzt waren dort noch Familien aus Albanien, Serbien und Bosnien-Herzegowina untergebracht. "Flüchtlinge sind keine mehr in der Gräfrather Jugendherberge, hier läuft jetzt der normale Jugendherbergsbetrieb weiter", sagt Bernhard Meyer.

In Solingen soll es in Zukunft allerdings nur noch eine Jugendherberge geben. Ob eventuell ein Neubau in Gräfrath, Burg "oder anderswo" entsteht, dazu sagt Meyer: "Das wird im Sommer entschieden, dann herrscht Klarheit." Fest steht aber schon, dass bis zu acht Millionen Euro in den Neubau fließen sollen.

Vieles spricht indes für Burg als Jugendherbergsstandort. Der ehemalige Sportplatz an der Talsperrenstraße ist zudem nach Ansicht der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid ein ideales Grundstück für den Neubau. Auch Stadtdirektor Hartmut Hoferichter sah kürzlich beim Neujahrsempfang der Gräfrather Bezirksvertretung im Klingenmuseum Tendenzen, dass der Standort der Jugendherberge wohl Burg sein könnte.

(uwv)
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