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Solingen: Xynthia wirbelte mächtig

Solingen : Xynthia wirbelte mächtig

Das Sturmtief sorgte seit Sonntagmittag für Dauereinsätze der Feuerwehr. Am Haus Kölner Straße 2-4 wurde das halbe Dach abgedeckt, Bäume knickten um und stürzten auf Straßen und gegen Häuser. Verletzt wurde niemand.

Sturmtief Xynthia hat seit Sonntagmittag in Solingen gewütet: Bäume wurden entwurzelt und kippen um, Plakatwände flogen durch die Luft, Dachziegel und unzählige Äste von Bäumen stürzten auf die Straßen. Am Gebäude Kölner Straße 2-4 ist das halbe Dach abgedeckt worden. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz und zählte bis 18.30 Uhr mehr als 80 Einsätze. Die Polizei fuhr zu 22 Einsätzen wegen des Orkans heraus. Personen wurden keine verletzt.

Der Fahrplan der Busse der Stadtwerke wurden durcheinander gewirbelt. Die Bahn stellte den Betrieb in NRW und damit auch in Solingen ein. Weder S-Bahnen, noch Regional- und Fernzüge kamen durch. "Wir waren seit mittags 12 Uhr mit 150 Einsatzkräften aller drei Berufsfeuerwachen und allen acht Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz", sagte Feuerwehr-Chef Frank-Michael Fischer.

Verkehr kam zum Erliegen

Auf der Burger Landstraße hatte die Feuerwehr gestern Nachmittag gerade einen umgekippten Baum mit der Motorsäge zerkleinert und die Fahrbahn wieder freigegeben, da knickte nur wenige hundert Meter Richtung Stadtmitte auf dieser Straße ein weiterer Baum um. Der verfing sich in der Oberleitung für die Stadtwerkebusse.Bevor hier die Feuerwehr mit der Motorsäge an die Arbeit ging, musste die durchhängende Oberleitung zunächst stromlos geschaltet werden.

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Auf der Burger Landstraße kam der Verkehr für einige Stunden zum Erliegen. Zwei Obusse der Stadtwerke saßen unmittelbar an der Unglücksstelle fest, einer, der aus Richtung Burg kam, der andere kam von der Krahenhöhe. Die Feuerwehr sperrte die Straße bereits an der Krahenhöhe und leitete auch den Autoverkehr um. Die Stadtwerkebusse wendeten an der Krahenhöhe.

Aufregung herrschte zuvor schon bei Anwohnern eines Sechs-Familien-Hauses am Königsmühler Weg. "Es gab einen dumpfen Knall", sagte ein Hausbewohner und eilte nach draußen: Eine rund 20 Meter hohe Tanne war seitlich gegen das Haus des Spar- und Bauvereins Solingen gekippt. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchten bei heftigen Wind, den Baum wegzuziehen, nachdem sie zuvor bereits die über das Haus ragende Baumspitze sowie Äste mit einer Motorsäge gekappt hatten. Der Versuch, den Baum mit einer Seilwinde flach auf den Boden zu bekommen, scheiterte. Den Einsatzkräften der Löscheinheit 5 Böckerhof blieb deshalb nichts anderes übrig, den Baum Stück für Stück abzusägen. Anwohner beobachteten das und drückten ihnen die Daumen: "Hoffentlich gehen die Scheiben nicht kaputt", sagte die Mutter eines zehnjährigen Jungen.

Am Haus Kölner Straße 2-4, wo das halbe Dach vom Wind abgedeckt worden war, wollte ein Dachdecker den Schaden begutachten. Wegen des heftigen Windes konnte er indes nicht auf das Flachdach steigen. "Das war zu gefährlich", sagte Feuerwehr-Chef Fischer. Das Haus wurde deshalb ringsherum abgesperrt.

(RP)