1. NRW
  2. Städte
  3. Solingen

Solingen: Wupperpegel schwankt stark

Solingen : Wupperpegel schwankt stark

Kanufahrten auf der Wupper zu organisieren, ist laut Thomas Becker zurzeit sehr schwierig. "Der Pegelstand schwankt seit einiger Zeit so stark, dass man morgens nicht weiß, ob man eine Fahrt zwei Stunden später durchführen kann", ärgert sich der Kanufahrten-Anbieter.

An manchen Tagen betrage der Unterschied 40 Zentimeter. "So etwas muss man doch besser regeln", fordert er. Außerdem mehr Toleranz in solchen Situationen. "Letztens habe ich mich um 9 Uhr über den Pegelstand in Opladen informiert, da war er noch in Ordnung. Und als wir dann um 10 Uhr auf dem Wasser waren, habe ich eine Anzeige bekommen, weil der Wasserstand da offenbar gesunken und zu niedrig war."

Jan Boomers von der Biologischen Station Mittlere Wupper hält die Kanu-Einstiegsstellen in Solingen aus diesem Grund für verbesserungsbedürftig.

Denn der Pegelstand in Opladen, der das Kriterium dafür sei, ob auf der Wupper gefahren werden dürfe, sei nur im Internet oder per Telefon zu erfahren, aber nicht vor Ort. "Es müssen an allen Einstiegsstellen noch markierte Stangen errichtet werden, die anzeigen, ob die Wasserhöhe ausreicht oder nicht."

Nach Meinung des Wupperverbandes gehört die starre Pegel-Regelung, die 2006 in Kraft getreten ist, ohnehin noch einmal auf den Prüfstand. "Sie gilt zwar jetzt, aber sie hat sich in der Praxis als schwierig erwiesen", sagt Pressesprecherin Susanne Fischer.

Denn dass der Wasserstand in der Wupper stark schwanken könne, sei bekannt. "Einfluss darauf haben Regenfälle und insbesondere die Einleitungen aus den Klärwerken." Je nach Wasserverbrauch werde mal mehr, mal weniger gesäubertes Wasser in die Wupper abgegeben. "Das Ganze ist ein System, das immer in Bewegung ist", erklärt Fischer.

Allerdings fielen die Schwankungen in einem regenarmen Sommer stärker auf, weil sie dann schnell unter den Mindest-Pegelstand fallen könnten. "Wenn die Wupper viel Wasser führt, machen auch Unterschiede von 40 Zentimetern nichts aus, weil sie trotzdem noch oberhalb des Mindest-Wasserstandes von 60 Zentimeter liegen."

Der Wupperverband selbst könne auf die Wassertiefe nur bedingt Einfluss nehmen. "Unsere Einleitungen aus den Talsperren dienen dazu, dass die Wupper im Sommer nicht — wie früher oft — austrocknet und nicht nur aus Klärwerkseinleitungen besteht, sondern eine Mischung erreicht wird."

Die sei nötig, damit sich bestimmte Tiere und Pflanzen ansiedeln könnten, erklärt Susanne Fischer. Eine Patentlösung, um den Wasserstand möglichst konstant zu halten, gebe es hingegen nicht. "Da müssen sich Kanuten und Wasserbehörde noch einmal unterhalten."

(RP)