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Solingen: Wupperhofer-Dirigent bedauert seine Verfehlung

Solingen : Wupperhofer-Dirigent bedauert seine Verfehlung

Thomas Schlerka hat zu Unrecht den Titel Professor geführt. Von seinen Chören bekommt er dennoch Rückendeckung.

Irgendwann wird das Ganze zum Selbstläufer, sind die Dinge nicht mehr aufzuhalten. Thomas Schlerka, der künstlerische Leiter des traditionsreichen MGV Wupperhof, des Frauenchores der Klingenstadt Solingen und der Philharmonischen Gesellschaft Düsseldorf, hat über Jahre zu Unrecht den Titel Professor im Namen geführt.

Am Dienstagabend hat er den Wupperhofern reinen Wein eingeschenkt und sein "aufrichtiges Bedauern" erklärt, wie er am Mittwoch im Gespräch mit der Morgenpost sagt. Wupperhofer-Vorsitzender Michael Schmitz bestätigt das und betont, dass die Chorsänger mit sehr viel Verständnis reagiert haben.

Schließlich habe man damals Thomas Schlerka wegen seiner künstlerischen Fähigkeiten und nicht wegen seines Professorentitels ausgesucht. Das war zum 1. März 2007, den jungen Dirigenten hatten die Wupperhofer über die Philharmonische Gesellschaft Düsseldorf kennengelernt, die ein Konzert des Solinger Männerchores begleitet hatte. Der Chor lud Thomas Schlerka zum Probedirigat und wählte ihn anschließend zum neuen künstlerischen Leiter, nachdem man mit seinem Vorgänger Eugen Momot künstlerisch nicht auf einer Wellenlänge war.

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Dass die Wupperhofer ihn künstlerisch wertschätzen, da ist Thomas Schlerka sicher. Michael Schmitz vermutet, dass der Chor sich nicht von seinem Leiter trennen wird. "Doch letztlich müssen wir die Jahreshauptversammlung am 19. Januar abwarten, in 80 Köpfen steckt man ja nicht drin", sagt der Vorsitzende. Sicher ist er aber, dass der anonyme Hinweis auf die missbräuchliche Titelführung nicht aus Chorkreisen, sondern von außerhalb kommt. Der anonyme Verfasser mehrerer E-Mails an den Wupperhofer-Vorstand möchte "diesen Hochstapler zu Fall bringen".

Für den 34-jährigen Thomas Schlerka steht die Existenz auf dem Spiel, würden ihn seine Chöre und das Orchester nicht weiter beschäftigen. Der Dirigent weiß aber auch, dass seine missbräuchliche Titelführung nichts mit seinen künstlerischen Qualitäten zu tun hat. "Man ist nicht nur jemand, wenn man einen Titel führt", sagt Schlerka.

(RP)