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Solingen: Wupperhofer begeisterten

Solingen : Wupperhofer begeisterten

Der Männerchor war das erste Opfer der Schneemassen auf dem Theaterdach, jetzt wurde das Konzert mit Musik vom Berliner Kurfürstendamm bis zur New Yorker 42nd Street im Konzertsaal nachgeholt.

Voll besetzt war der Konzertsaal, als der "Männergesangverein Wupperhof" zu seinem Konzert "Von Berlin zum Broadway" auf das Podium kam. Der Chor hatte keine Kosten gescheut und die Bergischen Symphoniker verpflichtet. Das war eine überaus gute Entscheidung, denn das Orchester veredelt auch solche Musik, die nicht unbedingt für ein großes Orchester komponiert wurde.

Das gilt auch für die 1899 uraufgeführte Berliner Operette "Frau Luna" von Paul Lincke. Die Handlung kann man getrost vergessen, aber Melodien wie "Schlösser, die im Monde liegen" sind bis heute in Erinnerung geblieben. Eigentlich reicht hier ein Salon-Orchester, aber die Symphoniker machten gleich die Ouvertüre zu einem großartigen Konzertstück.

Dirigent Thomas Schlerka, Chef des Chors in musikalischer Hinsicht, hatte die Musik der Operette für den ersten Teil programmiert. Mit Désirée Brodka, Martine David, Christine Hoffmann und Lena-Maria Kramer auch gleich vier Sängerinnen verpflichtet, der vielseitige Künstler Eric Rentmeister musste alle männlichen Gesangspartien auf sich nehmen, das war leider nicht sehr ausgewogen.

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Man merkte dem Männerchor die vielen Proben an, die Präzision auch bei flotten Tempi begeisterte. Dazu kam auch noch der Gesang in englischer Sprache, denn nach der Pause ging die Reise von der kaiserlichen "Berliner Luft" zum rasanten New Yorker Broadway der 1950er Jahre.

Natürlich ist der Stoff zum Musical "My Fair Lady" durch und durch britisch, denn mit seinem Stück "Pygmalion" lieferte Georg Bernhard Shaw die Vorlage. Der große Ausschnitt daraus mit allen Mitwirkenden war grandioses Kino im Breitwandformat. Die Begeisterung wurde noch gesteigert durch den mitreißenden Ausschnitt mit Chor, Orchester und Solisten aus dem Musical "Oklahoma" von Rodgers und Hammerstein, das zur amerikanischen Volksoper wurde.

Am Ende stand ein kurzer Ausschnitt aus der "West Side Story" von Leonard Bernstein. Leider fehlte der Song "Maria", das ist eines der schönsten Liebeslieder überhaupt.

Der überschäumenden Begeisterung der Zuhörer im Konzertsaal des Theater und Konzerthauses tat dies aber keinen Abbruch. Zwei Zugaben waren nötig, bis das Publikum endgültig zufrieden war.

(RP)