Wupperbrücke zwischen Leichlingen und Solingen wird abgerissen

Zwischen Haasenmühle und Nesselrath : Abriss der Wupperbrücke bis Ende August

Die vorbereitenden Arbeiten zwischen Haasenmühle und Nesselrath laufen bereits auf Hochtouren.

Riesige Säcke werden auf der maroden Brücke Haasenmühle/Nesselrath von Bauarbeitern mit Sand befüllt und ans Ufer der Wupper gehievt. Sowohl auf Solinger als auch auf Leichlinger Wupperseite wurden in den vergangenen Tagen Baustraßen angelegt. Lkw haben so schon bald Gelegenheit, bis ans Ufer zu fahren und die Betonteile der Wupperbrücke aufzunehmen und abzutransportieren.

Die vorbereitenden Arbeiten zum Abbruch der maroden Brücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath laufen auf Hochtouren. Die Brücke ist seit geraumer Zeit nun auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt, damit die Bauarbeiter ungehindert arbeiten können. Das Bauwerk selbst wird zunächst in den Rohbauzustand versetzt – Geländer und Asphalt werden entfernt „Wir wollen die Brücke in der letzten August-Woche abreißen“, sagt der Bauleiter der Firma Heitkamp, Dominik Radtke, im Gespräch mit unserer Redaktion. Das wäre ab dem 26. August der Fall. „Drei bis vier Tage brauchen wir für den Abriss“, ergänzt der Bauleiter. Danach werden sukzessive die Widerlager abgebaut.

Auf der maroden Wupperbrücke werden jetzt vorbereitende Arbeiten bis zum Abriss erledigt. Der Abriss erfolgt in der letzten Augustwoche. Foto: Guido Radtke

Bevor aber überhaupt Hand an das im wahrsten Sinne des Wortes in die Jahre gekommene Betonmauerwerk gelegt werden kann, muss zuvor eine Traggerüst beziehungsweise Arbeitsplateau unter der Brücke installiert werden. Das soll die Betonteile auffangen, damit sie nicht in die Wupper fallen. „Bei all diesen Arbeiten muss das Wetter mitspielen“, sagt Dominik Radtke.

Die Sperrung der 1952 erbauten Wupperbrücke war vor zwei Jahren erforderlich geworden, nachdem die Risse unterhalb der Brücke an den Stützen deutlich größer geworden waren. Im Zuge regelmäßiger Überprüfungen waren die Bauschäden an der Brücke nahe der Haasenmühle aufgefallen. Eine Sanierung der Brücke hatten Experten ausgeschlossen. Von daher setzten sich die Stadt Solingen und der Rheinisch Bergische Kreis als Eigentümer umgehend für einen Neubau und auch eine zwischenzeitliche Behelfsbrücke ein. Die regelt seit Dezember vergangenen Jahres den Verkehr. Fahrzeuge bis zu 30 Tonnen können über die Behelfsbrücke fahren.

Die Arbeitsteilung zwischen der Stadt und dem Rheinisch Bergischen Kreis funktioniert gut: Während sich die Nachbarn um Fördermittel kümmern, obliegt Solingen die Bauplanung und die technische Ausführung. In gut zwei Wochen wollen sich Vertreter aus Solingen und des Kreises vor Ort über die Bauarbeiten informieren.

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich nach bisherigen Berechnungen auf mehr als fünf Millionen Euro, dabei sind 3,6 bis 3,8 Millionen Euro allein für den Neubau vorgesehen. Bei der Behelfsbrücke fielen Kosten in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro an. Das Land NRW fördert davon 60 Prozent, Solingen und der Rheinisch-Bergische-Kreis investieren jeweils 360.000 Euro. Auch für den Neubau werden 60 Prozent Fördermittel erwartet.

Mit den vorbereitenden Arbeiten für die neue Brücke soll im September begonnen werden. Pfeiler, Fundamente und Widerlager werden voraussichtlich noch in diesem Jahr betoniert. Ab Februar nächsten Jahres, so der Plan, folgen die Arbeiten an der Brücke, sie soll bis Ende 2020 stehen. Abschließend wird auf Solinger Seite der Straßenanschluss angepasst. Zudem wird die Behelfsbrücke wieder abgebaut. Überhaupt muss alles in seinen Urzustand zurückgebaut werden, zumal es sich rund um die Brücke um ein sogenanntes Flora-Fauna-Habitat Gebiet (FFH) handelt.

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