Solingen: Wunsch und Wirklichkeit

Solingen : Wunsch und Wirklichkeit

Eigentlich sollte das Besucherzentrum in Müngsten aus drei Gebäuden bestehen. So hatte es zumindest der Kasseler Architekt Tore Pape vorgesehen. Gebaut worden ist aber erst eins: die Gaststätte "Haus Müngsten".

"Toll, dass das Gebäude so gut angenommen wird", freut sich Tore Pape. Der Architekt des Architekturbüros "Pool 2 Architekten" in Kassel hat das Besucherzentrum im Brückenpark Müngsten entworfen, das auch für den Tag der Architektur 2011 ausgewählt wurde.

Im Januar 2008 wurde ein Architekturwettbewerb für die Neugestaltung und Weiterentwicklung des Landschaftsparks ausgelobt, der zwischen 2003 und 2006 als Mittelpunkt der drei bergischen Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal entstanden war. "Ich fand sofort die Kulisse unter der 100 Jahre alten, höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands reizvoll und habe mich sehr über den Auftrag gefreut."

Schon längst hatte sich damals der Brückenpark zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Der Wettbewerb, an dem sich 2008 über 200 Architekturbüros beteiligten, sah eine dreigliedrige Umsetzung im Brückenpark vor: Entworfen werden sollte ein Besucherzentrum, das sich aus einem Lokal an Stelle der ehemaligen Diskothek "Exit", einem "Haus am Wasser" und einem "Haus am Hang" zusammensetzten sollte. Pfingsten 2010 eröffnete der Gastronomiebetrieb, dessen Bauherr die Lebenshilfe ist.

"Es war nie geplant, dass alle drei Gebäude zeitgleich entstehen sollen", betont Architekt Tore Pape angesichts dessen, dass bis heute lediglich das Gastronomiegebäude umgesetzt wurde. "Wir wollten zunächst abwarten, wie dieses Einzelgebäude angenommen wird." Dies hätte eigentlich Anlass zu viel Optimismus beim Bau der weiteren beiden Gebäude geben müssen, denn die Besucher frequentierten das zweigeschossige Gebäude zahlreich. Ende Juli 2009 wurde auf der Gesellschafterversammlung der Bergischen Entwicklungsagentur jedoch bekanntgegeben, dass das Haus am Wasser, das für Veranstaltungen genutzt werden sollte, buchstäblich in selbiges fällt. Ausschlag gab das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie.

"Natürlich ist es schade, dass unser Konzept nicht in seiner geplanten Dreigliedrigkeit umgesetzt werden kann", bedauert Tore Pape. Der Architekt aus Kassel hofft nun auf das "Haus am Hang", das eigentlich am Eingang des Brückenparks gebaut werden sollte. Mit der Lebenshilfe als Grundstückseigentümer ist Pape in ständigem Kontakt und oft im Brückenpark vor Ort. "Derzeit ist jedoch völlig unklar, ob und wann das ,Haus am Hang' gebaut wird, aber ich bin optimistisch, dass dieses wunderbare Projekt realisiert wird."

Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/solingen

(pbm)