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Solingen: Wunderbare Welt der Lieder verbindet Menschen

Solingen : Wunderbare Welt der Lieder verbindet Menschen

Starkes Eröffnungskonzert des zweiten internationalen Chorfestivals Solingen in der Ohligser Festhalle.

Ein Lied verbindet Menschen – über Landesgrenzen und Kontinente hinweg. Das wurde beim Eröffnungskonzert des zweiten Internationalen Chorfestivals Solingen erneut deutlich.

Denn die Chorvereinigung Solingen-Ohligs 1860 und der Bergische Männerchor 1801 musizierten mit Sängerinnen und Sängern vom Rande des Ural. 4000 Kilometer hat der Chor "Freundschaft" aus dem russischen Orsk zurückgelegt, um den Abend in der bis auf den letzten Platz besetzten Festhalle Ohligs an der Seite der Solinger musikalisch zu gestalten.

Heraus kam ein ergreifendes, heiteres, besinnliches Musik-Event, das viel mehr war als ein Konzert – es war eine Begegnung der Kulturen, an die alle Gäste noch lange denken werden.

Und so beließ es Ulrich Eick-Kerssenbrock, Musikschulleiter und Leiter der Zentralstelle für den deutschsprachigen Chorgesang in der Welt, die das Festival veranstaltet, bei einer kurzen, aber sehr herzlichen Begrüßung. "Nach großem Anklang des ersten Festivals 2009 reifte in uns der Entschluss, ein solches alle vier Jahre durchzuführen. Für alle soll es ein Fest der Freundschaft, der persönlichen Kontakte und Verbindungen werden."

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Kerssenbrock dankte dem Förderverein der Zentralstelle, der Stadt-Sparkasse und dem Kulturmanagement der Stadt Solingen für großzügige Unterstützung, und dann ging es auch schon los.

Die 74 festlich gekleideten Damen und Herren der Chorvereinigung Ohligs betraten die Bühne, sangen, sensibel von Ursula Drießen am Flügel begleitet, stimmungsvoll "Say it with a song", intonierten beseelt den Armstrong-Klassiker "What a wonderful world", ließen den "breiten Dnjepr" wunderschön dahinfließen und begaben sich mit "Vo ku vokuznitse" beseelt in die Welt der russischen Volksweisen.

Chordirektor Willy Winkler hatte die Sangesfreunde fest im Griff, und die waren durchweg in Bestform. Auch die Gäste sorgten für unvergessliche Momente. Begleitet von einem vierköpfigen Akkordeonorchester – später kam eine Balalaika dazu –, stimmte die in Landestrachten gekleidete Sangestruppe unter Leitung von Lilija Maier deutsche Volkslieder an, und als Chormitglied Yuri Soschnekow, der in deutsch moderierte, den "Kronenwirt" sang, war Fröhlichkeit pur angesagt.

Nach der Pause konnte der Bergische Männerchor 1801 unter der Leitung von Dieter Lein sein versiertes Können unter Beweis stellen. Klanglich stark, sehr dynamisch und nuanciert erklangen Lieder wie "Wenn ich ein Glöckchen wär´", "Auf einem Baum ein Kuckuck" und das sehr getragen intonierte "No man is an island". Schließlich führten die Russen in die mal heitere, dann wieder schwermütige Welt der russischen Volksliedkunst ein. Bei "Kalinka" klatschte der Saal mit – und mit dem "Irischen Segen" und einem "Ade zur Guten Nacht" vereinten sich alle Chöre zum gemeinsamen Singen.

Der Applaus war riesig, die Zugabe ein Muss, es regnete Blumen und Geschenke für die Gäste, und die Vorfreude auf die nächsten Festival-Konzerte ist groß. Gäste aus Chile, Mexiko, Ungarn und Holland werden mit Spannung erwartet.

(RP)