Solingen: Wohnungen statt Einzelhandel in Ohligs

Solingen: Wohnungen statt Einzelhandel in Ohligs

Neues Bebauungsplanverfahren für das alte Olbo-Gelände wird einstimmig auf den Weg gebracht.

Mitte des Jahres oder aber im Herbst könnte der Abriss der restlichen Olbo-Gebäude in Ohligs erfolgen, sofern das vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren zügig läuft. Diese Hoffnung äußerte gestern Leo de Man, Geschäftsführer des Projektentwicklers Kondor Wessels. Das Unternehmen will auf dem alten Olbo-Gelände rund 300 Wohnungen bauen - Mietwohnungen ebenso wie Eigentumswohnungen (Anteil: zehn bis 20 Prozent).

Das neue Bebauungsplanverfahren für das Gebiet zwischen Heiligenstock, Aachener Straße und Düsseldorfer Straße wurde jedenfalls in einer gemeinsamen Sitzung von Planungsausschuss und der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid einstimmig auf den Weg gebracht. Damit ist das frühere "O-Quartier" mit Einzelhandelsflächen bis zu 9000 Quadratmetern vom Tisch. Ohnehin hatte sich der Stadtrat im Sommer 2016 dafür ausgesprochen, mehr Wohnungen und weniger Einzelhandel auf dem Ohligser Gelände zu verwirklichen. Doch erst gegen Ende 2017 wurden neue Pläne konkret.

Kondor Wessels will das Grundstück von der Gräfin von Thun und Hohenstein Veit kaufen. Eine entsprechende Option läuft noch bis Mitte Februar, und es sieht zurzeit nicht danach aus, als würde Kondor Wessels nicht kaufen wollen. "Wir machen das, um Geld zu verdienen", sagte Leo de Man mit Blick auf den Wohnungsbau.

Er bezeichnete das Unternehmen Kondor Wessels als "entwickelnden Baubetrieb". "Wir sind von dem Projekt überzeugt", sagte der Geschäftsführer. Jeweils gut eine Million Euro würde man in die Planung und den Abriss der alten Textilfabrik vorstrecken. Läuft alles nach Plan, könnte im April/Mai nächstens Jahres mit der Wohnbebauung gestartet werden.

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Denn das Bebauungsplanverfahren braucht nach Angaben von Stadtdirektor Hartmut Hoferichter gut ein Jahr. "Die notwendige Öffentlichkeitsbeteiligung wollen wir noch vor den Sommerferien veranstalten", sagte Hoferichter, "dann können die Abrissbagger kommen".

Sprecher aller Parteien lobten die neuen Planungen. "Wir sind froh, dass der Gordische Knoten durchschlagen wurde und deutlich mehr Wohnungen zum Zuge kommen", sagte Dietmar Gaida (Grüne). "Das ist wie ein Sechser im Lotto", ergänzte Waldemar Gluch (CDU). Bezirksbürgermeister Mark Westkämper hofft, dass es "zum Wohle von Ohligs nun zügig vorangeht".

Denn auch die Sparkasse will investieren. Im ehemaligen Globus-Gebäude wird die Geschäftsstelle Ohligs des Kreditinstitutes und auch ein Lebensmittel-Vollsortimenter mit mindestens 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche.

(RP)