Serie Mein Garten: Wohnraum vergrößern - nach draußen

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Überdachte Terrassen mit Heizung, Außenlautsprecher, TV und variabler Beleuchtung sind der neue Trend, um im Freien mit mehr Komfort zu leben. Fachfirmen und Handel haben sich darauf eingestellt.

Draußen leben, aber mit den Annehmlichkeiten von drinnen - geht das? Überhaupt kein Problem. Immer mehr Menschen wollen es, und sie sind bereit, dafür eine Menge Geld zu investieren. Fachfirmen haben sich auf diesen Drang ins Freie eingestellt, die Möbelhäuser liefern Möbel und Ausstattung dazu. Ein auf Terrassenüberdachungen spezialisiertes Unternehmen aus Bottrop dokumentiert den Trend sogar auf seiner Telefon-Ansage: Wer die Nummer wählt, wird vertröstet und um Geduld gebeten - wegen hoher saisonaler Belastung sei man derzeit nicht in der Lage, sofort und persönlich ansprechbar zu sein. Anders gesagt: Man kann sich derzeit vor Aufträgen nicht retten und kommt kaum nach.

Ein Fachmann: "Die Leute haben Geld auf dem Sparkonto, wo es aber nichts bringt. Also wird es in das eigene Haus investiert. Der Klassiker ist, nach rund zehn Jahren den Außenbereich, also Terrasse oder Garten, kräftig aufzupeppen." Möbelhäuser spüren den Trend ebenfalls: Wer kann, richtet sich auf der Terrasse oder im Garten so ein, dass er - bei halbwegs passendem Wetter - seine Zeit auch draußen verbringen kann.

Weil es aber in Deutschland auch im Sommer bisweilen regnet, sind fest installierte Terrassenüberdachungen der Renner. Die aus Holz oder Alu gefertigten Konstruktionen, nach oben gern mit Glasdach, kombinieren die Vorteile eines Wintergartens mit denen der offenen Terrasse - man sitzt geschützt und dennoch draußen. Hat man sich jedoch für ein transparentes Dach entschieden, muss die Beschattung her, sonst fühlt man sich bald wie im Treibhaus. Aber Achtung: Ab einer bestimmten Dachfläche ist in manchen Kommunen eine Genehmigung erforderlich. Die Möbel passen zum Outdoor-Feeling - bequem, aber der Umgebung angepasst, halb Gartenmöbel, halb Wohnzimmereinrichtung. Den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.

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Das Ganze soll natürlich auch stimmungsvoll illuminiert werden. Dimmbare Strahler werden häufig in die Konstruktion eingelassen, lästige Schalter sind Vergangenheit: Licht an, Licht aus oder das Dimmen erfolgen über eine kleine Fernbedienung. Wer draußen sitzt, muss auf seine Lieblingsmusik auf dem Handy oder seine bevorzugten Radio-Sender nicht verzichten. Firmen wie Bose, Sonos oder andere haben wetterfeste Lautsprecher im Angebot, die - über Bluetooth oder WLAN - das Musikerlebnis nach draußen transportieren. Die Technik kann, je nach Ausstattung, sogar den Eindruck eines kleinen Konzertes mit Rundumbeschallung simulieren. Regen, klamme Luft oder Kälte macht ihr nichts aus.

Wer es rockiger mag, schafft völlig autarke und auf Rollen montierte Boxen an, die weit über 100 Dezibel bringen. Die Akku-Leistung dieser Kästen, etwa so große wie zwei aufeinandergestapelte Bierkisten, reicht bei voller Leistung mehr als fünf Stunden. Vor Gebrauch ist allerdings ein klärendes Gespräch mit den Nachbarn sinnvoll, weil die den Eindruck haben könnten, nebenan finde im Garten ein Open-Air-Konzert statt.

Wird es abends mal ein bisschen später und die Luft kühlt ab, springt auf Knopfdruck die Außenheizung an. Moderne Infrarotheizungen sind so konzipiert, dass sie nicht - wie früher die glühenden Heizdrähte - die Luft, sondern fast wie gezielt Personen in Reichweite mit angenehmer Wärme versorgen. So lässt sich dann auch sehr kommod der lange TV-Abend auf der Terrasse genießen. Denn TV-Geräte, für außen geeignet, sind ebenfalls keine Ausnahme mehr. Es gibt sie sogar regen- oder schneeresistent. Der pure Luxus sind die Flachbildschirme nahe des Pools: Spritzwasser lässt sie kalt.

Derart aufgemöbelte Außenbereiche sind leicht auch bis in die kalte Jahreszeit zu nutzen. Die Konstrukteure der Überdachungen bieten anbaubare Elemente an, mit denen offene Seiten leicht gegen schlagseitiges Wetter geschützt werden kann - dann schon einem Wintergarten ähnlich.

(RP)
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