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Solingen: Wohl wieder Brandstiftung

Solingen : Wohl wieder Brandstiftung

Große Besorgnis wegen eines Brandstifters im Bereich Wald: Erneut ist in einem Keller ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr rettete in der Nacht zu Samstag 18 Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Schellingstraße.

Feuerwehrchef Frank-Michael Fischer hat inzwischen ein mulmiges Gefühl. "Man macht sich allmählich Sorgen, wie die nächste Nacht sein wird. Es ist bedauerlich, dass es scheinbar einen Brandstifter gibt", schildert er unserer Zeitung seine Befürchtungen wegen eines Feuerteufels, der im Bereich Wald sein Unwesen zu treiben scheint.

Bei einem neuerlichen Großeinsatz rettete die Feuerwehr gegen 0.30 Uhr in der Nacht zum vergangenen Samstag 18 Bewohner eines fünfgeschossigen Mehrfamilienhauses an der Schellingstraße. Die Flammen selbst bringen die Einsatzkräfte schnell unter Kontrolle, Problem ist aber die extreme Rauchentwicklung im Gebäude.

Wie an der Wiedenhofer Straße vor eineinhalb Wochen, als die Bewohner der 39 Seniorenwohnungen eines achtgeschossigen Hauses mit dem Schrecken davon kamen, ist das Feuer erneuert im Keller ausgebrochen. Beim Kellerbrand Wiedenhofer Straße ermittelt die Kripo inzwischen konkret in Richtung Brandstiftung.

Und für Feuerwehrchef Fischer liegt an der Schellingstraße nun ebenfalls "Brandstiftung nahe". Dies müsse aber die Kripo ganz genau ermitteln, sagt er.

Die Ermittlungen der Kripo zur Schadenshöhe und Brandursache dauern an, teilt die Polizei denn auch in ihrem Bericht mit.

Fluchtweg zunächst versperrt

Anwohner der Schellingstraße waren in der Nacht zu Samstag durch Rauch im Treppenhaus auf das Feuer aufmerksam geworden und informierten die Feuerwehr. Bei ihrem Eintreffen sind noch alle Bewohner in dem fünfgeschossigen Mehrfamilienhaus. Es müssen bange Minuten für sie gewesen sein. Durch die Flammen im Keller, die bereits kräftig lodern und sogar schon nach außen schlagen, ist der Treppenraum verraucht und der Fluchtweg versperrt.

Deshalb fordern die Einsatzkräfte die Menschen zunächst auf, in ihren Wohnungen zu bleiben. Erst nach und nach werden sie mit Brandfluchthauben ins Freie gebracht. Zudem setzt die Feuerwehr einen Überdrucklüfter ein, um den Qualm aus dem verrauchten Treppenhaus herauszubekommen, so dass auch die übrigen Bewohner ihre Wohnungen verlassen können. Einsatzkräfte richten mit zwei Mannschaftstransportwagen eine provisorische Betreuungsstelle ein, in der die Hausbewohner angesichts der starken Rauchentwicklung notärztlich untersucht werden. Das DRK leistet Unterstützung.

Vier Bewohner des Hauses — drei Männer (28, 62 und 66 Jahre) und eine 33 Jahre alte Frau — werden mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

Der Rauch ist auch deshalb zum Problem geworden, weil ein Lüftungsschacht vom Keller bis zum Dach führt. So konnte Qualm in viele Wohnungen eindringen, und die beiden obersten sind sogar am meisten betroffen gewesen. Auch der Stadtdienst Wohnen ist vor Ort. Den Geretteten wird angeboten, die Nacht in einer Ersatzwohnung zu verbringen. Die Hausbewohner wollen jedoch in die eigenen vier Wände zurück. "Wir haben alle Wohnungen ausführlich belüftet und die Rauchbelastung mit dem Messgerät kontrolliert", berichtet Feuerwehrchef Frank-Michael Fischer. Nach zwei Stunden seien "völlig unbedenkliche Werte" gemessen worden — wenn gleich das ganze Haus weiterhin nach Brandrauch stinkt.

Um kurz vor 3 Uhr in der Nacht können die Geretteten wieder zurück in ihre Wohnungen. Da jedoch elektrische Leitungen und der Gaszähler durch den Brand im Keller beschädigt worden sind, muss das Gas und teilweise sogar der Strom im Haus abgeschaltet werden.

Nach drei Stunden, gegen 3.30 Uhr, ist der Einsatz beendet. Die Suche nach einem mutmaßlichen Brandstifter geht aber weiter. Nach Informationen unserer Zeitung ist die Polizei längst in erhöhter Alarmbereitschaft. Streifenwagen kontrollieren verstärkt.

Penny und Aldi angezündet

Der Brand in einer ehemaligen Sauna im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Katternberger Straße in Höhscheid in der vergangenen Woche (wir berichteten) dürfte aber nicht vorsätzlich gelegt worden sein. Brandursache ist hier wohl ein technischer Defekt. Dagegen hatten Ende Mai Feuerteufel in Wald den Penny-Markt und die rund 1,2 Kilometer entfernt liegende Aldi-Filiale an der Weyerstraße angezündet. Bei der Suche nach den mutmaßlichen Brandstiftern hat die Polizei zuletzt aber noch immer keine neuen Erkenntnisse gehabt.

Ende vergangenen Jahres hatte es im Haus gegenüber an der Schellingstraße ebenfalls im Keller gebrannt. Ursache: Brandstiftung.

(RP)