Frank Balkenhol: "Wirtschaftsförderung ist Gewinn für Stadt"

Frank Balkenhol : "Wirtschaftsförderung ist Gewinn für Stadt"

Der Chef der Wirtschaftsförderung geht davon aus, dass die ersten neuen Firmen 2019 auf das Rasspe-Areal in Stöcken ziehen.

Herr Balkenhol, war das Jahr 2016 ein gutes Jahr für die Wirtschaftsförderung?

Balkenhol Gut ist für uns das Jahr immer dann, wenn es für den Standort Solingen, für seine Unternehmen und für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ebenfalls ein gutes Jahr war. So gesehen war 2016 im Allgemeinen ein gutes Jahr. Zu uns: Wir sind sehr zufrieden, dass, neben dem Tagesgeschäft, Projekte wie der Ausbau unseres 3D-Netzwerkes mit aktuell 228 Mitgliedern zum stärksten Netzwerk dieser Art in Deutschland sowie unsere eingeleiteten Internationalisierungsbestrebungen sich im Jahr 2016 erfolgreich entwickelt haben.

Wie viele Flächen wurden denn verkauft?

Balkenhol Dadurch, dass im letzten Jahr mit etwa 35.000 qm von den Unternehmen überdurchschnittlich viele Flächen von uns erworben wurden, war es nicht unerwartet, dass in diesem Jahr weniger Flächen, etwa 12.000 qm, verkauft wurden. Die Zahlen allein sind aber weniger aussagekräftig. Wichtig ist vielmehr, dass wir jederzeit in der Lage sind den Bedarf immer dann zu befriedigen, wenn er vorhanden ist.

Was lief auf der anderen Seite nicht so gut?

Balkenhol Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Unternehmen unser Stellenportal für ihre Fachkräftefindung und die Darstellung ihrer Arbeitgeberattraktivität nutzen.

Hat die Wirtschaftsförderung im Jahr 2016 unter dem Strich Gewinn erzielt?

Balkenhol Unsere Arbeit und unsere Dienstleistung soll aus meinem Verständnis für die Stadt Solingen und unsere Unternehmen unter dem Strich "stets ein Gewinn" sein. Das ist der Anspruch und sollte der Maßstab sein. Hierfür investiert die Stadt Solingen Finanzmittel in das Angebot ihrer Wirtschaftsförderung. Wenn wir einen finanziellen Gewinn erzielen, dann in der Regel nur in Jahren mit überdurchschnittlichen Flächenverkäufen, wie zum Beispiel in 2015. Dieses Jahr ist dies nicht der Fall.

Auf welche sofort verfügbare Flächenreserve können Sie derzeit schauen?

Balkenhol Aktuell sind es etwa 115.000 Quadratmetern die sofort vermarktbar und mit Planungsrecht behaftet sind.

Welche Gebiete müssen noch entwickelt werden und wie lange dauert das?

Balkenhol In unserem Eigentum befinden sich weitere 110.000 Quadratmeter die planungsrechtlich noch entwickelt werden müssen. Hierzu zählen das Gewerbegebiet Schrodtberg sowie die Gewerbegebiete die zur Zeit in der aktuellen Diskussion stehen, wie Piepersberg West und Fürkeltrath II. Weitere 105.000 Quadratmeter sind Gewerbegebiete, die sich in der Reaktivierung befinden. Im wesentlichen sind dies Rasspe und der Bereich Hansastraße. Die letzte Gruppe benötigt in der Regel mehr Zeit für die Entwicklung.

Wie mühselig ist es, Gewerbebrachen zu entwickeln? Lohnt sich das von der Größe her?

Balkenhol Natürlich ist die Entwicklung von Gewerbebrachen komplexer, aufwendiger, aber sie ist eben auch nachhaltiger. Insofern "lohnt" es sich grundsätzlich bei fast jeder Größe, finanziell, das heißt im Sinne einer Gewinnerwartung, nur äußerst selten.

Wann können Sie die ersten Unternehmen auf dem alten Rasspe-Gelände in der Kohlfurth ansiedeln?

Balkenhol Das ist insbesondere davon abhängig, welche Ergebnisse die derzeit laufenden Altlastenuntersuchungen liefern und welche Maßnahmen mit welchen Aufwänden und Laufzeiten eingeleitet werden müssen. Wenn man zur Zeit eine Prognose abgeben müsste, würde ich einschätzen, dass spätestens ab dem Jahr 2019 erste Ansiedlungen umgesetzt werden könnten.

Welche Firmen sollen dort auf dem Rasspe-Gelände insbesondere angesiedelt werden?

Balkenhol Der Standort ist von seiner Lage und Anbindung an die Metropolregionen Rheinland und Ruhrgebiet etwas besonderes. Besonders sind auch unsere Ansprüche an die Breitbanderschließung und damit die Nutzung für Firmen, die im Digitalisierungszeitalter speziellen Anforderungen unterliegen.

UWE VETTER SPRACH MIT FRANK BALKENHOL.

(RP)