Ortsdurchfahrt Unterburg: "Wir sind nicht im Wilden Westen"

Ortsdurchfahrt Unterburg: "Wir sind nicht im Wilden Westen"

Die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Unterburg entfachte bei der Info-Veranstaltung teils hitzige Diskussionen. Rund 100 Zuhörer folgten der Einladung in die Turnhalle Hasencleverstraße. "Starenkasten" in Aussicht gestellt.

Immerhin in einem Punkt war man sich am Mittwochabend einig: Dass sich in Unterburg etwas tut, ist wichtig. Doch die konkreten Maßnahmen zur Umgestaltung der Eschbachstraße entfachten bei einer Info-Veranstaltung zum Stadtteilentwicklungskonzept in der Turnhalle Hasencleverstraße hitzige Diskussionen. Fast 100 Burger folgten der Einladung der Stadt.

Ende 2016 stellte Ingenieur Hans-Rainer Runge drei Varianten vor, wie die Ortsdurchfahrt zukünftig aussehen könnte. Sowohl eine Bürgerversammlung als auch die Bezirksvertretung Burg/Höhscheid sowie der zuständige Ausschuss sprachen sich mehrheitlich für die dritte Variante aus. Diese sieht unter anderem deutlich breitere Gehwege vor.

Zukünftig sollen zwei Ampeln und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h zwischen Mühlendamm und der Einfahrt zum Parkplatz Wupperinsel für einen 250 Meter langen "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich" sorgen. Die Rot-Phase beträgt 180 Sekunden. "Indem wir die Ampel in Richtung Solinger Straße ziehen, wird der Stau aus dem Ortskern gehalten", verspricht Hans-Rainer Runge vom gleichnamigen Ingenieursbüro. Allerdings, merkten einige Anwohner an, verlagere dies das Problem lediglich zur Kreuzung Hasenclever-/Solinger Straße. Aus dem Plenum kam deshalb der Vorschlag, zumindest an Wochenenden eine Pförtnerampel - etwa an der Solinger Straße - in Betrieb zu nehmen. Diese könnte den Verkehr regeln, bevor die Autos Burg erreichen. Julia Gottlieb vom Stadtdienst Planung will diese Maßnahme prüfen.

Ein Knackpunkt ist die Kreuzung Müngstener- und Eschbachstraße mit der gegenüberliegenden Einfahrt zur Wupperinsel. Hier befürchten die Burger an den Wochenenden einen Verkehrskollaps. Runge räumte nach längerer Diskussion ein, dass in der bisherigen Planung eine Ampel für den ungehinderten Verkehrs- Abfluss vom Parkplatz fehle. CDU-Fraktionschef Carsten Voigt nahm diesen Aspekt zum Anlass, harsche Kritik am Ingenieur zu üben. Dessen "Slang" signalisiere, die Planung sei abgeschlossen und die Anregungen der ortskundigen Bürger obsolet.

Die Erfahrungen mit rüden Verkehrsteilnehmern haben in Burg Eindruck hinterlassen. So befürchten einige Anwohner, die Bushaltestelle "Burg Seilbahn" könne zum Problem werden. Diese wird mit dem Haltepunkt "Burg Brücke" kombiniert und liegt zukünftig direkt an der Seilbahn. Durch überholende Autos drohe Gefahr. Runge konterte: "Wir sind nicht im Wilden Westen. Es gilt die Straßenverkehrsordnung." Daran glaubt in Burg niemand mehr. Sonja Häcker vom Stadtdienst Planung ist davon überzeugt, "dass sich das Straßenbild positiv auf das Verhalten der Fahrer auswirken wird."

Ihre Kollegin Julia Gottlieb stellte zudem einen Starenkasten für aus Richtung Remscheid kommende Fahrzeuge in Aussicht. Dieser könnte die "nördliche Engstelle" ergänzen. An der Ortausfahrt wird es eine 35 Meter lange Engstelle geben, die die Fahrer "auf Sicht" bewältigen müssen. Fahrzeuge, die Unterburg in Richtung Schloss verlassen, haben Vorfahrt. Das soll den Verkehr bremsen. Von Juli 2018 bis Februar 2019 kann der Stadtteil zunächst durchatmen. In diesem Zeitraum wird es keine Vollsperrung geben.

Erst wenn im kommenden Jahr die Arbeiten am Hochwasserschutz voranschreiten und der Umbau der Eschbachstraße beginnt, wird es zu neuerlichen Einschränkungen kommen. Von März bis Mai 2019 bleibt die Ortsdurchfahrt wegen der umfangreichen Straßenarbeiten voll gesperrt. Ebenso wie im Juni und Juli 2019. In einer Info-Veranstaltung möchte die Stadt Ende des Jahres informieren, wie der Ablauf im Detail aussehen wird.

(RP)