Solingen: Windrad: Gegner drohen mit Klage

Solingen : Windrad: Gegner drohen mit Klage

Im zuständigen Dezernat 53 der Düsseldorfer Bezirksregierung machen es sich die Verantwortlichen nicht leicht. Eine ausgesprochen "schwere Prüfung" hält die Beamten derzeit in Atem, die über den Bau der in Gräfrath geplanten Windkraftanlage zu befinden haben. Noch gilt es die unterschiedlichen Argumente abzuwägen. Und da dies Zeit in Anspruch nimmt, wurde jetzt die Genehmigungsfrist bis Ende Mai verlängert.

Zwar bedeute dies keinesfalls, dass eine Entscheidung so lange auf sich warten lassen müsse, erklärt man bei der Bezirksregierung. Doch gerade das letzte Gutachten, das geprüft werden soll, bedarf einer genauen Betrachtung. Die Expertise hat die Umweltverträglichkeit der Anlage oder in diesem Fall exakter gesprochen das Nebeneinander von Windradtechnik und seltener Fledermaus-Art zum Gegenstand. Eine solche hat sich nämlich ausgerechnet auf dem Grund von Bauer Peter Bachhausen häuslich eingerichtet, der einmal als Standort für das Rad herhalten soll.

Zumindest dann, wenn es nach den Befürwortern der Anlage geht, die auch das infrage stehende Gutachten in Auftrag gegeben haben. Bei der Bürgerinitiative "Pro Gräfrath" sieht man dies ganz anders. "Wir haben den Windraderlass der Landesregierung von 2005 auf unserer Seite", sagt Sprecher Frank Fischer, der keinen einzigen Punkt der hierin aufgeführten Bedingungen als erfüllt betrachtet. Abstand zum Wald, zur nächsten Wohnbebauung, Umweltschutz — für Fischer ein Ding der Unmöglichkeit, dass "mitten im Landschaftsschutzgebiet" ein 150 Meter hohes Windrad gebaut werden soll.

In der Tat gilt es die unterschiedlichen Positionen abzuwägen. Mag Bauer Bachhausen auch finanzielle Interessen ins Feld führen: Das gleiche können viele Anwohner ebenfalls machen. Immerhin drohe, so Fischer, bei Errichtung großer Schaden für die Anwohner. Für den Fall, dass das Rad genehmigt wird, kündigt Frank Fischer gegenüber unserer Zeitung schon heute an, klagen zu wollen.

(RP)
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