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Wie die Bergische Sportförderung Top-Athleten in der Region unterstützt

Sportförderung im Bergischen Land : Spitzensportlern eine Perspektive geben

Die Bergische Sportförderung unterstützt Topathleten zur Realisierung einer dualen Karriere sowie finanziell bei der Deckung ihrer Kosten für Reisen, Bekleidung oder Ausrüstung – mit Sponsoring-Einlagen der regionalen Wirtschaft.

Wenn Maximilian Kremser bei Wettkämpfen mit anderen Spitzenathleten seiner Altersklasse ins Gespräch kommt, ist die Finanzierung des großen Traums, bei Europa- oder Weltmeisterschaften ganz vorne mitlaufen zu können, immer wieder ein Thema. Neidisch werden die Konkurrenten, wenn sie hören, dass der Leichtathlet des Solinger LC eine monatliche Förderung von der Leistungssport Solingen gGmbh erhält. „So etwas gibt es sonst nirgendwo.“

„Wir fördern Spitzensportler“,  lautet das Motto der gemeinnützigen Gesellschaft, die das vor sechs Jahren ins Leben gerufenen Projekt inzwischen auf die gesamte bergische Region ausgeweitet hat. Leistungssportler mit Amateur- und Kaderstatus in olympischen Sportarten können sich bei der „Bergischen Sportförderung“ darum bewerben, bei ihrer sportlichen Karriere unterstützt zu werden. „Ziel ist es, mit den Sportlerinnen und Sportler persönliche Lösungen zu entwickeln und sie in der Region zu verankern“, erklärt Geschäftsführerin Petra Schmidt.

Die Bergische Sportförderung erfüllt eine Brückenfunktion zwischen dem Jugend- und Profisport und hilft jungen und talentierten Sportlern in den Aspekten Gesundheit, individuellen Trainingsmöglichkeiten und vor allem finanziell. „Wir sind eine kleine Company. Unsere ehrenamtliche und gemeinnützige Mission ist eine Herausforderung“, sagt Petra Schmidt.

 Petra Schmidt fungiert bei der 2016 gegründeten Leistungssport Solingen gGmbH ehrenamtlich als Geschäftsführerin.
Petra Schmidt fungiert bei der 2016 gegründeten Leistungssport Solingen gGmbH ehrenamtlich als Geschäftsführerin. Foto: Peter Meuter
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Finanziert wird das Projekt durch Sponsorengelder. Zu den größten Unterstützern zählt das Unternehmen BIA mit seinem Geschäftsführer Jörg Püttbach: „Wir Unternehmen können mehr tun, als nur als Sponsoren aufzutreten, sondern auch  duale Karrieren ermöglichen.“ Deswegen biete er mit seiner Firma Praktika, Ausbildungsplätze und die Möglichkeit zu einem dualen Studium an. „Es ist eine Mischung aus gesellschaftlichem Engagement und Eigennutz“, gibt Püttbach zu. Schließlich gelten Spitzensportler als engagierte Arbeitskräfte, weil sie gelernt haben, klare Strukturen in ihrem Leben zu schaffen.

Bei einer großen Präsentation der Bergischen Sportförderung mit kurzen Vorträgen zum Thema „Spitzensport“ von Wolfgang Fischer (Referatsleiter Leistungssport in der Staatskanzlei NRW), Michael Scharf (Direktor Leistungssport beim Landessportbund) und Annika Rehse (Laufbahn-Beraterin am Olympiastützpunkt Rheinland) wurde aufgezeigt, welche Potenziale im Verborgenen liegen.

 Wolfgang Fischer von der Staatskanzlei NRW stellte den Leistungssport-Strukturen in Solingen ein gutes Zeugnis aus.
Wolfgang Fischer von der Staatskanzlei NRW stellte den Leistungssport-Strukturen in Solingen ein gutes Zeugnis aus. Foto: Peter Meuter

Wolfgang Fischer aus der Staatskanzlei NRW formulierte klare Ziele seiner Abteilung: Das Land Nordrhein-Westfalen will 20 bis 25 Prozent der deutschen Leistungssportler in internationalen Wettbewerben stellen, und Sportler sollen auf hohem Niveau gefördert werden. Bereits an Grundschulen und auch an den NRW-Sportschulen wie der Friedrich-Albert-Lange-Schule soll ein großes Spektrum geboten werden. „Das wird in Solingen in perfekter Art und Weise gelebt.“ Fischer gab zu, dass er vor 15 Jahren nicht gedacht hätte, dass in Solingen so etwas entstehen würde: „Aus dem Nichts ist hier etwas Wunderbares entstanden“.

Mit den ersten großen Erfolgen der NRW-Sportschule ist der Name Falk Spautz eng verknüpft. Als mehrfacher Deutscher Meister und Vize-Weltmeister in der Jugend- und bei den Junioren etablierte sich der Degenfechter auch bei den Erwachsenen in der nationalen Spitze mit der Aussicht auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen. „Als 2016 die Qualifikation gescheitert war, wurde die Förderung durch den Verband sofort eingestellt“, blickt der heutige Trainer des Fechtzentrums Solingen zurück. „Mit den professionellen Strukturen von heute und einer finanziellen Unterstützung wie durch die Bergische Sportförderung in der Hinterhand hätte ich vielleicht meine sportliche Karriere nach diesem Rückschlag weiter verfolgt.“

Annika Reese vom Olympiastützpunkt Rheinland ist überzeugt, dass Vereine die Basis für den Leistungssport bilden und man die Sportler individuell fördern müsse. Genau das passiere am Olympiastützpunkt. Die Athleten erhalten soziale Betreuung, gesundheitliche Unterstützung, Hilfe, ihr Netzwerk weiter auszubauen – und vor allem einen möglichst einfachen Berufseinstieg, ohne dass der Leistungssport zu kurz kommen muss. „Die Sportler sollen sich die Frage stellen, was sie werden wollen. Nicht, was sie werden können.“

Christian Baumgart von der Bergischen Universität Wuppertal zeigte in diesem Zusammenhang auf, dass die meisten Leistungssportler aufgrund einer beruflichen Karriere aussteigen würden. „Die Duale Karriere ist der Schlüssel zur Absicherung der beruflichen Entwicklung und des Lebensunterhalts“, lautet eine Kernthese der Bergischen Sportförderung. Am Tag der von Daniel Certa moderierten Präsentation wurde das Netzwerk um wichtige Kontakte unter anderem zur Stadt Remscheid und zur bergischen Industrie- und Handelskammer erweitert.