Solingen: Wenig Aussagekraft

Solingen : Wenig Aussagekraft

Der Konkurrenzdruck unter den Klinken wächst. Im Internet kann sich der Patient umfassend informieren. Doch Zahlen und Fakten sagen nicht immer etwas aus über die Qualität der ärztlichen und pflegerischen Leistung.

Der Konkurrenzdruck unter den Kliniken wächst, nur wer gute Belegungszahlen vorweisen kann, sichert dauerhaft sein Überleben. Diese wiederum setzen Qualität voraus, die seit 2004 in vom Gesetzgeber verlangten Berichten nachgewiesen werden muss. Ziel der Qualitätsberichte ist aber auch, die Leistungen der Kliniken gegenüber dem Patienten transparent zu machen. Auch die beiden Solinger Allgemeinkrankenhäuser sowie die Fachklinik Bethanien und die Pschiatrische Tagesklinik des Psychosozialen Trägervereins haben solche Qualitätsberichte erstellt und veröffentlicht, nachzulesen im Internet. Erstellt werden müssen die Berichte alle zwei Jahre. Während der Bericht des Klinikums von 2004 ist, hat die St. Lukas Klinik nach 2004 freiwillig auch einen Qualitätsbericht für 2005 erstellt. Der Bericht für 2006 muss bis Oktober von den Krankenhäusern abgegeben werden.

Internes Qualitätsmanagement

Im 85 Seiten umfassenden Qualitätsbericht des Städtischen Klinikums werden die einzelnen Fachabteilungen mit ihren Leistungen und Fallzahlen vorgestellt. Apparative Ausstattung und die therapeutischen Möglichkeiten sind ebenso aufgelistet. Ähnlich gegliedert ist auch der 55 Seiten starke Qualitätsbericht der St. Lukas Klinik, der im Vorwort auch die christliche Ausrichtung des Hauses erwähnt. Beide Kliniken verfügen über ein internes Qualitätsmanagement. Die Qualitätsberichte werden auf einer Internetseite veröffentlicht, die von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen getragen wird.

Unter www.qualitaetsberichte.de hingegen hat ein privater Anbieteter die Berichte veröffentlicht. Hier hat der Nutzer auch die Möglichkeit, sich entsprechend der gewünschten Behandlung eine Klinik auszusuchen. Aufgelistet werden aber auch hier nur nüchterne Zahlen, aus denen nur die Häufigkeit bestimmter Eingriffe abzulesen ist und die letztendlich nichts über die Qualität aussagen.

Patienten befragt

Eine Umfrage der Techniker Krankenkasse unter ihren Versicherten hingegen hatte sich auf die Zufriedenheit nach einen Klinikaufenthalt bezogen. Da aber nur Häuser in die Umfrage einflossen, die pro Jahr mindestens 300 TK-Versicherte behandeln, war die St. Lukas Klinik in dieser Umfrage nicht vorgekommen.

Alle Spezialisten und Fachabteilungen sind aber auch darauf angewiesen, dass sie von zufriedenen Patienten weiterempfohlen werden. Und neben der medizinischen und pflegerischen Betreuung kann auch die Lage des Hauses oder gutes Essen eine Rolle bei der Auswahl der Klinik spielen. „Die Zufriedenheit der Patienten ist die Visitenkarte eines jeden Krankenhauses“, heißt es unter www.k-plus.de

(RP)
Mehr von RP ONLINE