Solingen Weiter Streit um Schürmann

Solingen · Wolfgang Schürmann soll in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Michael Kleimt, Aufsichtsrat der Ohligser Wohnungsbau eG (OWB), schloss einen Vergleich mit dem Ex-Geschäftsführer aber nicht aus.

Nun soll Wolfgang Schürmann auch noch Geld veruntreut haben. Ein Teil der 500 000 Mark, die der 56-Jährige in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Ohligser Wohnungsbau eG einem Makler 1998 als Zusatzhonorar gezahlt haben will, ist in seine eigene Tasche geflossen – vermutet jedenfalls der OWB-Aufsichtsrat um seinen Vorsitzenden Michael Kleimt. Die Mitglieder der OWB sprachen Schürmann daraufhin zum dritten Mal die fristlose Kündigung aus.

Der hatte die Prozesse wegen der ersten beiden Kündigungen jeweils gewonnen und daraufhin Gehaltszahlungen in Höhe von 175 000 Euro nachgefordert, war in diesem Fall aber unterlegen. „In Zuge dieses Verfahrens kam ein neuer Sachverhalt auf den Tisch“, sagte Kleimt jetzt den Mitgliedern. Während das Landgericht Wuppertal nämlich festgestellt habe, dass die 500 000 Mark weder für eine Finanzierungsvermittlung noch für einen niedrigeren Kaufpreis einer Wohnanlage in Wahlstedt gezahlt wurden, sei die Frage offen geblieben, warum das Geld dann geflossen sei.

Mit Makler befreundet

Darüber hinaus liege die Aussage der Verkäuferin der Wohnanlage vor, die ein Gespräch zwischen Makler und Ex-Geschäftsführer belauscht haben will. Schürmann sei zudem mit einem zweiten Makler befreundet gewesen. „Dafür haben wir Zeugen, die wir in einem Prozess benennen könnten“, betonte der Aufsichtsrat. Gleichzeitig erklärte er aber, dass die „Tür zu Verhandlungen noch nicht zu“ sei – vorausgesetzt, Schürmann verzichte auf die Fortzahlung seines Gehalts von jährlich 120 000 Euro bis zur Rente mit 67 Jahren. Würde dieser Forderung stattgegeben, müsste die angeschlagene OWB 1,2 Millionen Euro aufbringen. Für die erneute Kündigung Schürmanns, der immer noch mietfrei in einer OWB-Wohnung lebt, sprachen sich nahezu alle Anwesenden aus.

Positives wusste Vorstand Ulrich Uibel zu berichten. Ein „gerüttelt Maß an Erleichterung“ habe er verspürt, als die Insolvenz abgewendet und die Sanierung auf den Weg gebracht worden sei. In diesem Jahr wolle die OWB das defizitäre Parkhaus- und Mietsgebäude in Wuppertal verkaufen. Die Strategie, Wohnungen zu verkaufen, um nicht vermietbare Objekte zu modernisieren und so Einnahmen zu generieren, müsse weiter verfolgt werden. Die OWB habe im Jahr 2004 knapp 740 000 Euro minus, im Jahr 2005 1,26 Millionen Euro minus gemacht. Für 2006 hofft Uibel auf einen geringeren Fehlbetrag von noch 300 000 Euro, ab 2007 sollen schwarze Zahlen geschrieben werden. „Es gibt weiter Unsicherheiten und Risiken“, erklärte der Vorstand. Er schaue nun aber optimistisch in die Zukunft.

(RP)
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