Solingen: Weitblick an der Erlebnistrasse

Solingen : Weitblick an der Erlebnistrasse

Die Martor-Geschäftsführerin Gudula Polei sponserte einen kleinen Platz an der Endstation der Korkenziehertrasse am Roggenkamp in Gräfrath. Bis zum 26. August ist die ehemalige Bahnstrecke durchgängig begehbar.

Franz Haug schätzt ehrenamtliches Engagement. Besonders, wenn es überdies noch mit geldlichen Leistungen verbunden ist. Als Oberbürgermeister einer finanzklammen Stadt sieht er es deshalb als Glücksfall an, auf Bürgerinnen wie Gudula Polei beim ehrenamtlichen Engagement bauen zu können. Die Chefin der Gräfrather Firma Martor KG hat sich bereits in vielfältiger Weise für die Stadt eingesetzt.

Am Ende der Korkenziehertrasse am Roggenkamp in Gräfrath, unterhalb der Straße L 357 n zur Autobahn 46, ist nun ein weiteres, sichtbares Zeichen dieses Einsatzes zu sehen: Ein kleiner Platz mit zwei Sitzbänken, umrahmt von Steinen in Käfigen, bieten eine ungetrübten Blick in Richtung Wald. Der Platz bildet den Endpunkt der mehr als elf Kilometer langen Korkenziehertrasse, die sich vom Südpark bis zur Wuppertaler Stadtgrenze schlängelt. Weiteres symbolisches Endstation-Element der Trasse ist ein Prellbock. "20 000 Euro hat Gudula Polei für den Platz in die Hand genommen", freut sich der Oberbürgermeister.

Hoher Freizeitwert

Joggen, wandern, radeln: Die Korkenziehertrasse hat einen hohen Freizeitwert. Vom Gräfrather Bahnhof aus bis hin zur etwa eineinhalb Kilometer gelegenen Endstation ist die Trasse derzeit aber noch eine Schotterpiste. "Der Terraway-Belag kommt aber auch auf dieses Teilstück, nachdem sich der Beirat Untere Landschaftsbehörde bewegt hat", verspricht Artur Pach, Ingenieur beim Vermögensbetrieb der Stadt Solingen und Projektleiter für die Korkenziehertrasse. Erste Gespräche über Förderungen mit dem Ministerium hätten bereits stattgefunden, eine "wohlwollende Prüfung" sei zugesagt worden.

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Das freut auch Gudula Polei. Die Gräfratherin wäre gestern zum Ortstermin gerne mit dem Fahrrad gekommen — allein der Schotterbelag hielt sie davon ab. Bis zum Sponsorenlauf "Licht für die Trasse" am 26. August soll auf dem Teilstück allerdings eine "wassergebundene Decke" provisorisch draufgesetzt werden, damit sie zumindest gut begehbar ist. "Denn beim Sponsorenlauf ist die Endstation Roggenkamp Wendeschleife für die Halbmarathon-Läufer", weiß Artur Pach. Bis zum 26. August sollen dann auch beide Brücken passierbar sein. An der bereits aufgestellten über der Wuppertaler Straße seien noch Feinarbeiten zu erledigen; die Brücke Carl-Ruß-Straße wird am kommenden Wochenende montiert.

Vom neuen Platz am Roggenkamp führt bereits ein Weg hoch zur L 357 n — eine Vorbereitung für den geplanten Anschluss an die Nordbahntrasse in Wuppertal. Der könnte schon 2009 gelingen. Bauanträge seien bereits in Arbeit, sagt Artur Pach.

Oberbürgermeister Franz Haug denkt allerdings schon in noch größeren Dimensionen und weiteren Anschlüssen von Rad- und Wanderwegen über das Bergische hinaus: "Von der Korkenziehertrasse über die Nordbahntrasse bis hin in den Ruhrpott — das wäre ein Traum." So gesehen bildet der kleine Platz am Roggenkamp für ihn deshalb nur einen "vorläufigen" Endpunkt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Eine Brücke für die Korkenziehertrasse

(RP)