Buntes Adventsprogramm in Ohligs, Aufderhöhe und Wald: Weihnachtsmärkte in der Stadt ergänzen sich

Buntes Adventsprogramm in Ohligs, Aufderhöhe und Wald : Weihnachtsmärkte in der Stadt ergänzen sich

Ob in Ohligs, Wald oder Aufderhöhe – jedes Hüttendorf, das am Wochenende die Gäste empfing, hatte seine Besonderheiten.

Zu den bekanntesten Thesen von Weihnachtsmarkt-Muffeln gehört diese: „Hast Du einen gesehen, kennst Du alle“. Dass das so nicht unbedingt stimmt, konnten die Solinger am Wochenende erkunden. Erneut hatten der Ohligser Weihnachtsdürpel im Park an der Wittenbergstraße, das Walder Weihnachtsdorf und der Aufderhöher Weihnachtsmarkt auf dem Gelände des Diakonischen Werks Bethanien parallel ihre Buden geöffnet.

Auch wenn es das Wetter nicht gerade gut mit Besuchern und Standbetreibern meinte – die Besonderheiten der drei Märkte nahmen viele Gäste sichtlich dankbar auf.

Der älteste Standort 1000 Jahre zählt der Turm der heute evangelischen Kirche im Herzen von Wald inzwischen. An seinem Fuß bis hin zur Stresemannstraße reihte sich am Wochenende Hütte an Hütte. Der „Wichtelmarkt“ auf dem Platz neben dem Gotteshaus bot wieder allerlei Kunsthandwerk und Leckereien.

Auf dem Platz neben der Kirche lockte der Wichtelmarkt mit einem offenen Feuer, Leckereien und Kunsthandwerk. Foto: Guido Radtke

Aber auch die Kirche selbst betraten am Wochenende nicht nur Gottesdienstbesucher und Gäste, die sich im Trockenen aufwärmen wollten: Dort sorgten unter anderem die Big Band des Humboldtgymnasiums und der Chor „Voices“ aus der Friedrich-Albert-Lange-Schule für festliche Stimmung. Und im Vorraum verkauften Mitglieder der „Denkmalstiftung Walder Kirche“ abermals ihre beliebte Schneekugel, die das Gotteshaus in winterlicher Umgebung zeigt – und die diesmal sogar beleuchtet ist.

„Schnee wäre jetzt sicher auch viel schöner als der Regen“, sagte Axel Lorenz mit Blick auf das ungemütliche Wetter, als er das kleine Kunstwerk durchschüttelte und so ein ­Schneegestöber in der Kugel ­erzeugte. „Das ist meine erste“, ­verriet er. „Die soll ein Geschenk sein.“

An 55 Ständen konnten die Besucher im Bethanien-Park Geschenke finden und Gutes genießen. Foto: Moritz Alex

Die schönsten Kinderattraktionen Kinderschminken oder Engel -Basteln – der Phantasie waren auf dem Markt in Wald keine Grenzen gesetzt. Rasant ging es wiederum in Ohligs und Aufderhöhe zu: Während die Rasende Berta am Sonntag zwischen dem Festgelände am Park und dem Ohligser Markt pendelte, ratterte der „Lino Express“ in Bethanien über ein Oval aus Schienen.

Und die jungen Fahrgäste der bunten Mini-Eisenbahn durften sich gerade nach dem frühen Einbruch der Dunkelheit ein wenig gefühlt haben wie in der bunten Welt weihnachtlicher Modellbahnen: Schließlich drehte der Express seine Runden auf der Wiese inmitten von mit Lichterketten beleuchteten Buden und Tannenbäumen. Die Eltern und Großeltern beobachteten ihren Nachwuchs derweil von der Bank aus und genossen ihren heißen Glühwein.

Für besondere Atmosphäre auf dem Gelände an der Wittenbergstraße sorgte die bunte Illumination. Foto: Guido Radtke

Die originellsten Getränke Dass Glühwein – gerne in rot und weiß – genauso zum Weihnachtsmarkt gehört wie geschmückte Tannenbäume und Keramik-Engel ist bekannt. Aber auch andere flüssige Gaumenfreuden begegneten den Gästen auf allen drei Märkten.

„Das hier ist unser Engelslikör“, verriet Axel Lorenz in Wald, der, bevor er sich die neue Schneekugel holte, am Stand der Grundschule am Rosenkamp den selbst gemachten Eierlikör ebenso wie Kekse und Marmelade verkaufte.

In Ohligs standen Gäste nach dem heißen Mischgetränk „Lumumba“ an – und in Bethanien wanderten geschmückte Flaschen von Likören mit Ingwer und Fruchtaromen in die Beutel vieler Besucher.

Neulinge Traditionelle Stände bewährter Anbieter und Neulinge wechselten sich auf den Weihnachtsmärkten ab. Zu letzteren gehörte am Wochenende Anna Reucher. Sie hat eine Nische für die kalte Jahreszeit entdeckt: Die junge Mutter näht Kinderhosen aus Leder. „Das wird die Matschhose, die sonst aus Plastik gemacht wird, revolutionieren“, sagte sie – und bot ihre selbst gemachten Bekleidungsstücke nebst Waren ihrer Freunde auf dem Ohligser Weihnachtsdürpel an. „Das ist meine erste Hütte auf einem Weihnachtsmarkt“, verriet sie, und fuhr fort: „Ich bin gespannt auf die Resonanz.“

Die „vermutlich“ weiteste Anfahrt Von woher überall die Besucher der Weihnachtsmärkte kamen, ist sicherlich schwer in Erfahrung zu bringen. Aus Hannover reiste am Wochenende Christiane Lange nach Ohligs. Zwar galt der Besuch hauptsächlich ihrem Patenkind. Aber auch der Weihnachtsdürpel hatte es ihr auf Anhieb angetan: „Der hat wirklich Flair“, sagte sie mit Blick auf die in bunte Farben getauchten Bäume im Park und die Stimmung vor der Bühne. „Es ist einfach sehr angenehm, dass so viele Menschen aus dem Stadtteil herkommen und sich nicht am Wetter stören“.

Das Urteil kommt aus berufenen Munde: Schließlich hatte sie in jüngster Zeit schon Weihnachtsmärkte in Köln und München in Augenschein genommen.