Wassermassen bei Starkregen in Solingen

Unwetter : Meigen leidet unter dem Starkregen

Wassermassen haben sich in Meigen auf Feldern gebildet. Dadurch entstand ein Fluss. Gärten wurden überschwemmt. Auch Keller liefen voll. Die Stadt ist mit den Betroffenen in engem Kontakt.

Das Feld oberhalb des Meigener Espenwegs sieht fast wie eine riesige Regenrinne aus. In der Nacht zum Sonntag wurde diese Rinne bereits zum sechsten Mal zum großen Wassersammler. Ein Fluss bildete sich. Anwohner berichten, es sei ein Fluss von bis zu zwölf Metern Breite und etwa einem halben Meter Höhe entstanden.

Familie Wege hatte als direkter Feldanlieger selbst noch Abwasserkanäle gegraben. Nutzlos, die reißenden Ströme stiegen und stiegen. In weitere Vorgärten ergoss sich der Wasserschlamm, staute sich schließlich vor zwei kleinen, viel zu dünnen Rohren, die das Abwasser ableiten sollten. Dort lag der Wasserstand dann bei knapp zwei Metern.

Die Schäden beschränken sich am Espenweg auf überflutete Gärten. Am Sängerweg, dort liegt ein zweites, abschüssiges Feld, liefen Keller voll. Auch Anlieger der Meigener Straße traf es erneut, Pumpen kamen zum Einsatz. Anlieger Gerhard Dörr berichtet, an seinem Haus neben der Grundschule Meigen sei ein Sachschaden von insgesamt 60.000 Euro entstanden.

Ursächlich für die Überschwemmungen am Espen- und Sängerweg sind die Felder. Sie liegen unterhalb des Halfeshofs und oberhalb der Wege. Espenweg-Anwohner Frank Bongartz vermutet, dass es besonders schlimm sei, weil in diesem Jahr Mais angebaut werde. Sprieße auf den Feldern Getreide, nehme der Boden mehr Wasser auf. Die Stadt Solingen ist mittlerweile durch ihre Technischen Betriebe (TBS) mit den Betroffenen in engem Kontakt.

Auch der Solinger Spar- und Bauverein (SBV) wird tätig werden – ihm gehören die beiden Felder, aber auch einige Häuser in dem kleinen Gebiet in Meigen. Dem Bauverein läuft somit die bräunliche Suppe in die eigenen Gebäude. Das Hauptproblem: Der feine Schlamm muss weg, er ist noch sichtbares Zeichen des Regens in der Nacht zum Sonntag. Gestern war ein SBV-Vertreter vor Ort. Er gab zu, man sei von der Häufigkeit der starken Regenfälle völlig überrascht.

Probleme mit der Entsorgung des Schlamms gebe es auch. Viele Deponien würden die braune Brühe nicht mehr abnehmen – nicht nur in Solingen regnete es heftig und oft. Für den Sängerweg versprach er, dass am Freitag der letzte feine Dreck entfernt werden solle.

Mit dem Bauern, der die Felder gepachtet habe, wolle man überlegen, ob nicht besser ein Streifen Naturwiese stehenbleibe, der mehr Wasser aufnehme.

Bei der Stadt verweist man indes darauf, dass wegen des häufigen Starkregens viele Böden nichts mehr aufnehmen könnten. Stadtsprecherin Sabine Rische erklärt: „Die Experten vom TBS bemühen sich, vor Ort über die Ursachen aufzuklären und technische Lösungen vorzuschlagen.“

Der durch Rohre geführte Meigener Bach sei an den Überflutungen genauso unschuldig wie der verlegte Mischwasserkanal, habe eine erste Inaugenscheinnahme ergeben. Im Falle der Meigener Straße müsse über eine Erhöhung der Bordsteine nachgedacht werden. Eventuell müssten Mulden angelegt werden. Untersuchungen, über die die Stadt noch berichten werde, zeigten, dass das Wasser bei Starkregen so schnell fließe, dass es nicht in den Gullys ablaufe.