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Solingen: Was wird aus dem Roten Esel?

Solingen : Was wird aus dem Roten Esel?

50 Sozialwohnungen will ein Investor aus den Niederlanden auf dem Areal des Roten Esels an der Friedrich-Ebert-Straße bauen. Die Pläne treffen auf Skepsis bei den Bezirksvertretern. "Wir haben mit Investoren nicht die besten Erfahrungen gemacht."

Wie sich die Umstände ändern: Mit ihren Vorstellungen eines Ärztehauses im Roten Esel an der Friedrich-Ebert-Straße hatten Schweizer Investoren vor gut zwei Jahren offene Türen bei den Walder Bezirksvertretern eingerannt. Doch die Schweizer stiegen unrühmlich aus, ihre ehrgeizigen Pläne für das alte Schulgebäude samt Rathaus an der Friedrich-Ebert-Straße und Stadtsaal zerplatzten wie Seifenblasen.

"Gut, dass jetzt wieder Bewegung in die Vermarktung gekommen ist", erklärte Immo Jähner (CDU) in der jüngsten Sitzung des Stadtteilparlamentes mit Blick auf den neuen Investor, der nun aufgetaucht ist. Ein "ernsthafter Bewerber", so die Stadtverwaltung, will auf dem Areal des Roten Esels 50 Sozialwohnungen bauen und dafür das alte Schulgebäude mit der denkmalgeschützten Backsteinfassade abreißen.

Beschluss vertagt

Sonderlich viel mehr Zustimmung zu den neuen Plänen als durch Jähners Bilanz hat es von den Bezirksvertretern allerdings nicht gegeben; im Gegenteil: Die Stadtteilpolitiker haben sich in der Sitzung im Efeusaal des evangelischen Altenheims an der Corinthstraße zurückhaltend-misstrauisch gezeigt und das Projekt vorerst auf Eis gelegt. Die weitere Bauleitplanung inklusive Beschluss über die Löschung des Roten Esels aus der Denkmalschutzliste ist vertagt worden.

"Es gibt erste planerische Überlegungen", beschrieb Stadtplaner Jens-Peter Foitzik den Sachstand. Um die Vorstellungen des neuen Investors verwirklichen zu können, wäre es erforderlich, den Bebauungsplan von einem Mischgebiet in ein Wohngebiet zu ändern. Ingo Schloßmacher (SPD) geht dies zu schnell: "Kaum klopft ein neuer Investor an die Tür, soll der Bebauungsplan holterdiepolter geändert werden." Skepsis auch bei Rolf Heimann (FDP) angesichts der Vorgeschichte mit den Schweizern: "Wir haben mit Investoren nicht die besten Erfahrungen gemacht." Heimann jedenfalls würde sich sehr dafür interessieren, welcher Investor genau hinter den neuen Plänen stehe. Michael Klaas (CDU) sieht das ebenso: "Wir kennen den Investor nicht."

Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich um ein holländisches Unternehmen aus der Branche des sozialen Wohnungsbaus handeln. Es ist offenbar bekannt dafür, dass es seine erbauten Objekte anschließend nicht weiter verkauft, sondern behält und selbst vermietet.

Klaas sieht beim Roten Esel mit dem angrenzenden Pavillon sogar einen handfesten Planungskonflikt. Denn der CDU-Bezirksvertreter könnte sich statt der Sozialwohnungen wieder eine Kindergartennutzung vorstellen. Bis vor zwei Jahren sei hier doch der Kindergarten BiciBici zu Hause gewesen.

Frank Knoche (Grüne) hält es zwar für erforderlich, die obere Friedrich-Ebert-Straße aufzuwerten. Er warnt aber davor, den Roten Esel, an den sich die Walder seit Jahrzehnten gewöhnt hätten, vorschnell aufzugeben. Knoches Forderung: "Die denkmalgeschützte Fassade muss erhalten bleiben." Nach Einschätzung von Ingo Schloßmacher (SPD) dürfte dies allerdings die Pläne des neuen Investors gefährden: "Sozialer Wohnungsbau hinter denkmalgeschützter Fassade lässt sich nicht finanzieren."

(RP)