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Warnstreik der Deutschen Bahn: So lief es in Solingen und Remscheid

Zugverkehr im Bergischen Land : Warnstreik bremst alle Züge aus

Der Zugverkehr im Bergischen Land war am Montagmorgen lahmgelegt. Abellio als Betreiber der S-Bahn 7 hatte einen Schienenersatzverkehr von Solingen nach Wuppertal über Remscheid organisiert, der jedoch kaum genutzt wurde.

Schon oft hat ein Streik den Zugverkehr im Bergischen Land lahmgelegt. In der Vergangenheit hatte Solingen in den meisten Fällen davon profitiert, dass drei der vier Linien im Regionalverkehr von privaten Verkehrsunternehmen betrieben werden. Während bisheriger Arbeitsniederlegungen bei der Deutschen Bahn war National Express mit der Regionalbahn 48 und dem Regional Express 7 trotzdem unterwegs gewesen, zudem hatte Abellio den Fahrplan auf der S 7-Strecke von Solingen über Remscheid nach Wuppertal bedient.

Viele Pendler vertrauten auf die Erfahrungen der Vergangenheit und warteten in den Morgenstunden des Streiktages allerdings vergeblich auf einen Zug. „Wenn die Fahrdienstleiter streiken, haben auch wir keine Chance“, erklärte eine Pressesprecherin von National Express. Bei dem britischen Unternehmen standen zwar Züge und Personal parat, aber nur ganz vereinzelt konnten Teilstrecken der RB 48 oder des RE7 bedient werden. Stundenlang war auf Gleis 1 des Solinger Hauptbahnhofs die Regionalbahn nach Köln mit Abfahrt 5.37 Uhr mit dem Zusatz „180 Minuten Verspätung“ angeschlagen.

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Abellio hatte am Sonntag versucht, die Auswirkungen des Warnstreiks für ihre Kunden mit der Organisation eines Schienenersatzverkehrs aufzufangen. „Es hat sich allerdings sehr schwierig gestaltet, so kurzfristig ausreichend Fahrzeuge zu organisieren, “, sagte Julia Limia y Campos, Pressesprecherin des S 7-Betreibers. Die Busse, die bis 9 Uhr sämtliche Haltepunkte in Solingen, Remscheid und Wuppertal abfuhren, wurden jedoch kaum genutzt. Ein Problem: Es gab vor Ort keine Hinweise oder Durchsagen, dass ein Schienenersatzverkehr mit Bussen und Taxis eingerichtet war. Und die Internetseite von Abellio, auf der die Information abrufbar gewesen wäre, war zeitweise nicht erreichbar. „Aufgrund der hohen Nachfrage hatten wir Zugriffsprobleme“, gab Limia y Campos zu.

Der erste Zug, der sich in Solingen nach Streikende planmäßig in Bewegung setzte, war die S 7 um 9.12 Uhr nach Wuppertal über Remscheid. Der „Müngstener“ war die erste Linie, die schnell wieder im Takt unterwegs war. Der erste Zug in Richtung Düsseldorf fuhr im Übrigen kurz danach ab – unbeleuchtet, ohne Fahrgäste und mit dem Hinweis „Nicht einsteigen“ auf dem Zugzielanzeiger.

Gegen 9 Uhr füllten sich die Bahnsteige am Solinger Hauptbahnhof immer mehr. Einzelne Pendler sprinteten gar die Treppen zu den Bahnsteigen hinauf – in der festen Annahme und Hoffnung, dass schon wieder die ersten Züge auf der Hauptstrecke über Köln und Wuppertal nach Plan fahren würden. Nach zum Teil hohen Verspätungen und Ausfällen am Vormittag waren die RE 7 und die RB 48 sowie die S-Bahn 1 (bis auf die üblichen Ausnahmen im täglichen Berufsverkehr) am frühen Nachmittag wieder im Takt. Einzig bei IC-/ICE-Zügen musste den ganzen Tag lang mit Verspätungen kalkuliert werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Warnstreik-Auswirkungen in Solingen