Waldbrandgefahr in Solingen scheint zunächst gebannt

Regen in Sicht : Waldbrandgefahr ist zunächst gebannt

Ab dem morgigen Donnerstag ist Regen angesagt. Dadurch sinkt die Waldbrandgefahr in der Region. Hohe Bußgelder bis zu 1000 Euro drohen all jenen, die grob fahrlässig einen Brand verursachen.

Dichte Wolken ziehen seit einigen Tagen über Solingen. Geregnet hat es zwar nicht, doch der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt zumindest für Donnerstag Niederschläge an. „Das reicht, um den derzeit sehr trockenen Boden zumindest vorübergehend anzufeuchten“, sagt Andreas Brömser vom DWD in Offenbach. Die Abkühlung in den vergangenen Tagen hat nach der Hitzewelle immerhin dazu geführt, dass die Waldbrandgefahr nicht mehr so hoch ist wie noch Ende Juni und in der ersten Juli-Woche. Bis zum vergangenen Samstag galt mit Waldbrandstufe 4 (hohe Gefahr) noch die zweithöchste Gefahrenstufe. Für Dienstag und den heutigen Mittwoch wurde aufgrund der Wetterlage laut Brömser die Gefahrenstufe auf 3 (mittlere Gefahr) reduziert. Für Freitag und Samstag wird Gefahrenstufe 1 (sehr geringe Waldbrandgefahr) ausgegeben. „Es werden gleichwohl nicht die großen Mengen an Regen erwartet“, sagt Andreas Brömser mit Blick auf die bergischen Wetteraussichten.

Diverse Waldbrände hielten die Feuerwehr in der jüngsten Vergangenheit dennoch in Atem. „Die Böden sind knochentrocken“, sagt Götz Hommen, Sprecher der Feuerwehr. Zuletzt am vergangenen Samstag fuhren die Einsatzkräfte zum Wüstenhof. Ein Feuer im Wald war von umsichtigen Anwohnern gemeldet worden war. Vorsorglich rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot zu dem gemeldeten Feuer aus. Denn am Samstag war noch Waldbrandstufe 4 aktuell. „Aufgrund des besonnenen und wirkungsvollen Handelns konnte hier Schlimmeres verhindert werden“, bescheinigt die Einsatzleiterin der Feuerwehr den Anwohnern. Die hatten das Feuer im Unterholz mit Gartenschläuchen bekämpft.

Besonnenes Verhalten – das ist allerdings nicht überall vorzufinden. Achtlos werfen beispielsweise Autofahrer ihre Zigarettenkippen aus dem Fenster, Lagerfeuer werden entzündet oder es wird trotz Verbot in Grünanlagen gegrillt. In der letzten Juni-Woche wurde aufgrund der Hitzewelle und der damit verbundenen Waldbrandgefahr das Grillen am Engelsberger Hof und im Bärenloch von der Stadt bis auf weiteres verboten. Bereits angemeldete Feuerwerke wurden untersagt. „Das in unmittelbarer Nähe von trockenen Pflanzen und Sträuchern kein Feuer entfacht und keine Kippen entsorgt werden dürfen, versteht sich von selbst“, sagt der Stadtdienst Ordnung.

Wer sich grob fahrlässig oder gar vorsätzlich über das Grillverbot hinwegsetzt, der wird zur Kasse gebeten. Die Stadt kann hier Bußgelder bis zu einer Höhe von 1000 Euro verhängen. Das gleiche gilt für brennende Kippen, die im Wald oder Parkanlagen weggeworfen werden. Götz Hommen macht zudem auf eine weitere mögliche Brandursache aufmerksam: „Wenn es heiß ist und man von einer längeren Tour mit dem Auto zurückkommt, hat sich der Katalysator derart erhitzt, dass man den Wagen besser nicht auf einer Wiese abstellen sollte.“

Welche Folgen ein Waldbrand haben kann, das zeigt ein Feuerwehreinsatz vom 17. Juni. An jenem Montag klingelte nach 14 Uhr gleich mehrfach das Telefon bei der Feuerwehr: In einem Waldgebiet am Flockertsberg brannte eine schwer zugängliche Waldfläche – einige Autofahrer hatten von der L 74 aus die Rauchentwicklung gemeldet.

Zur genauen Bestimmung der Örtlichkeit und der Ausbreitung des Brandes wurde auch ein Polizei-Hubschrauber angefordert. Da sich der Brand auf Wuppertaler Stadtgebiet, jedoch unmittelbar an der Solinger Stadtgrenze befand, kamen beide Feuerwehren mit insgesamt rund 100 Einsatzkräften zum Einsatz. Ihnen gelang es schließlich, den Brand auf eine Fläche von etwa 6000 Quadratmeter zu begrenzen.

Neben der Berufsfeuerwehr aus Solingen war auch die Freiwillige Feuerwehr sowie der Umweltschutzzug und der Versorgungszug im Einsatz. „Das Problem war hier die Zugänglichkeit“, sagt der Feuerwehr-Sprecher zu dem mehrstündigen Einsatz. Die Ursache des Brandes ist bis heute ungeklärt.

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