Solingen: Wald schließt mit Stadtsaal ab

Solingen: Wald schließt mit Stadtsaal ab

Neben der Festhalle Ohligs soll auch der Stadtsaal Wald ab 2012 geschlossen werden. Die Walder Bezirksvertreter diskutierten mit Betroffenheit über den Verwaltungskurs im Sparkonzept, Widerstand kündigte sich aber nicht an.

Zwischen dem Namensstreit des Hindenburgplatzes und der drohenden Schließung des Walder Stadtsaals besteht für Bezirksvertreter Frank Knoche (Grüne) ein himmelweiter Unterschied.

Es sei bezeichnend, dass eine Bürgerinitiative gegen die Umbenennung Sturm laufe, beim Stadtsaal Wald passiere dies dagegen nicht, erklärte Knoche in der jüngsten Sitzung der Walder Bezirksvertretung (BV). Bezeichnend war für ihn zudem, dass die Stadtteilpolitiker quasi unter sich blieben beim Tagesordnungspunkt 8 mit dem Sachstandstandsbericht zum Stadtsaal. "Wir sitzen vor leeren Bänken", schaute er in die Runde.

Zuvor, als Bezirksvorsteherin Birgit Zeier (SPD) in ihrer Erklärung den "Walder Marktplatz" als Kompromiss zum Namensstreit präsentierte (wir berichteten), war das Interesse deutlich höher, waren die Mitstreiter der Bürgerinitiative zugegen.

Hallenmanager Peter Assé erläuterte den Schließungsfahrplan der Verwaltung im städtischen Sparkonzept. Danach sollen der Walder Stadtsaal, aber auch die Ohligser Festhalle ab 2012 geschlossen werden. Hoffnungen der Walder Bezirksvertreter, über EU-Mittel zusätzliche Zuschuss-Quellen für den Stadtsaal zu erschließen, haben sich nach seinen Worten nicht erfüllt: Dafür gebe es bei der EU keinen Topf.

Assé hat den Walder Vereinen angeboten, ab 2012 bei Bedarf mit ihren Veranstaltungen in das Theater und Konzerthaus in der Innenstadt auszuweichen. Man müsse zusammenrücken. "Bestimmte Dinge können wir aber auffangen."

Förderverein gibt nicht auf

Wunsch der Stadt sei, betonte er, dass der Stadtsaal in Zukunft von einem Dritten übernommen wird, der an der Friedrich-Ebert-Straße nach wie vor einen Bürgertreffpunkt ermöglicht.

Denn sonst könnte der Stadt drohen, die Landeszuschüsse anteilsmäßig zurückzahlen zu müssen. "Das steht im Raum", erläuterte der Hallenmanager. In gut sechs Jahren ist diese Bindungsfrist offenbar abgelaufen. Jedenfalls hat der Förderverein Stadtsaal Wald die Bemühungen noch nicht aufgegeben, wie Vorsitzende Rita Pickardt (CDU) berichtete. Sobald sich die kleinste Chance bieten würde, wolle der Förderverein den Stadtsaal übernehmen. Doch das ist derzeit wohl nicht erkennbar.

Vom Square-Dance-Verein, der im Stadtsaal probt, bis zur Seniorengruppe, die sich regelmäßig zum Skat trifft — umfänglich ist das Programm in dem Veranstaltungshaus. Deshalb ist es für Ingo Schloßmacher (SPD) auch nicht realistisch, dass alle Gruppen und Vereine in Wald andernorts unterkommen können. Das Stadtteildenken sei aber ausgeprägt. Lange Ausweichwege wolle man doch nicht in Kauf nehmen.

Hallenmanager Assé schilderte schließlich, dass das Aus des Stadtsaals seit langem im Hinterkopf gewesen sei. Eine bezeichnende Feststellung, denn die Bezirksvertreter hatten wohl ebenfalls die Schließung im städtischen Sparkonzept erwartet. Bei aller Betroffenheit, beherzten Widerstand gegen den Verwaltungskurs kündigte in der Sitzung kein Stadtteilpolitiker an.

(RP)