Der Klingenpfad In Neun Etappen Rund Um Solingen (7): Von Aufderhöhe bis zu "Schnaufi" in der Heide

Der Klingenpfad In Neun Etappen Rund Um Solingen (7): Von Aufderhöhe bis zu "Schnaufi" in der Heide

Redakteure und Mitarbeiter unserer Zeitung machen sich auf die Wanderung und erleben den Klingenpfad.

Vom nahen Busbahnhof in Aufderhöhe geht es rein in die Gillicher Straße. Am Ende der Straße kreuzt der Ölbergweg und nach kurzem Suchen hat die kleine Wandergruppe das S, das den Klingenpfad markiert, gefunden und macht sich auf den Weg. Ein Häschen kreuzt gleich zu Beginn und verschwindet sofort wieder in den Wald, als es die dreiköpfige Familie bemerkt. Weniger Waldtiere, vielmehr aber rund ein Dutzend kleiner und großer Hunde, die überwiegend frei im Wald herumtollen, sollten im Verlauf der Wanderung über dieses Teilstück des Klingenpfades beobachtet werden. Mit entsprechenden Kommentaren der "Herrchen", die mit ihren Hunden gassi gehen: "Der tut nichts, der will nur spielen."

Die Spiellok "Schnaufi" ist immer noch eingerüstet. Foto: Anja Tinter

Bis zur Opladener Straße ist es nicht allzu weit. Nach kurzer Orientierung halten sich die Wanderer, nachdem sie dem Wald den Rücken gekehrt und die vielbefahrene Straße überquert haben links, um erneut in ein Waldstück einzubiegen. Ein schicker Garten mit großem Pool kann hier in Augenschein genommen werden, aber auch regelrechte Müllhalden auf verwilderten Grundstücken. Ein ausgeschlachteter und heruntergekommener Wohnwagen hinter einem Zaun ist hier nur einen Schritt vom Klingenpfad entfernt zu "bestaunen".

Dafür füllt nach und nach ein köstlicher Duft die Luft. Kurz bevor die Landwehrstraße erreicht ist, riecht es nach leckeren Keksen. Die Firma Hig Hagemann produziert hier Gebäck - und lässt die Wanderer auf den Geschmack kommen. Eine Flasche Wasser wird herumgereicht, ein kleiner Snack verteilt. Im Rucksack sollte derlei Verpflegung mitgenommen werden, denn Gelegenheiten zu einer Einkehr bieten sich entlang des Weges nicht, mal ausgenommen am Start- und am Endpunkt.

Und erneut muss eine große Straße überquert werden. Von der Landwehrstraße geht es schließlich vorbei an schmucken Einfamilienhäusern wieder in ein Waldstück schnurstracks zum seit etlichen Jahren geschlossenen Freibad Aufderhöhe. Vom Fünf-Meter-Turm "grüßt" ein Transparent des Fördervereins, der sich um den Erhalt der Anlage als Freizeitgelände bemüht. Doch von spielenden Kindern oder Freizeitaktivitäten ist weder etwas zu sehen noch zu hören. Dafür wieder das Gebell von Hunden, die es sich nicht nehmen lassen, die Wanderer zu beschnuppern und anzuspringen. Unweit des Freibades ist die unüberhörbare Zugstrecke zwischen Solingen und Köln. Kurz über die Höher Heide und dann immer entlang an den Gleisen geht es weiter. Die Nussbaumstraße wird überquert, und ein kleiner, vielleicht gerade einmal 40 Zentimeter breiter steiler Pfad ist zu erklimmen, um erneut in einen Wald zu gelangen, der bis zum Buchweizenberg führt.

  • Serie : Solingen: Wanderungen auf dem Klingenpfad

Das "S" ist überall gut sichtbar, vorbei an einer katholischen Andachtsstätte mitten im Wald gelangen die Wanderer zur Bonner Straße. Und müssen erneut eine vielbefahrene Straße überqueren - eine echte Herausforderung bei den vielen Autos. Weit und breit ist kein Fußgängerüberweg zu sehen. Doch der Weg danach, vorbei an der Evangelischen Jugendbildungsstätte Hackhausen, entschädigt die Wanderer. Unzählige Brombeersträucher laden dazu ein, die reifen Früchte zu probieren. Bis zur Krüdersheide geht es idyllisch durch den Wald, vorbei an Feldern und Schatten bietenden Bäumen. Der Weg will kein Ende nehmen, und nach jetzt mehr als zwei Stunden sehnen sich die Wanderer danach, das Ziel zu erreichen. Der Klingenpfad ist hier auch Teil des Neanderlandsteig, oder auch umgekehrt, je nach Perspektive.

Eine kurze Rast wird noch eingelegt, doch das Ziel der Etappe ist an diesem warmen Sommertag unverkennbar zu hören: Kinder nutzen die vielen Spielgeräte am Engelsberger Hof in der Ohligser Heide. Bis auf die immer noch eingezäunte Lok "Schnaufi". Die wird aber jetzt Zug um Zug saniert.

Fazit: Wegen der Querungen der viel befahrenen Straßen kein durchgängig schönes Wandererlebnis. Die Strecke entlang der Bahnlinie ist zudem äußerst geräuschvoll.

(RP)
Mehr von RP ONLINE