Volleys-Paukenschlag: Weissenbach geht

Volleyball : Volleys-Paukenschlag: Weissenbach geht

Drei Tage vor dem Bundesliga-Abstiegsfinale gegen Herrsching gibt der Macher seinen Rückzug von dem Projekt bekannt.

Zeitpunkt und Inhalt der Nachricht kamen ziemlich überraschend: Drei Tage vor dem Abstiegsfinale der Bergischen Volleys gab Geschäftsführer und Manager Helmut Weissenbach bekannt, dass er sich nach dieser Saison aus dem Volleyball-Spitzensport zurückziehen wird. "Für mich hat sich eine neue berufliche Perspektive eröffnet, die ich gerne zukünftig ergreifen möchte. Dabei ist mir die Entscheidung nach zwölf Jahren alles andere als leicht gefallen", sagt der Manager, der bis zum 30. Juni auch Geschäftsführer der Volleys bleibt.

Mit einer Mischung aus Stolz und Wehmut blickt Weissenbach zurück: "Das Projekt Volleyball-Spitzensport hat die vergangenen Jahre meines Lebens positiv geprägt. Ich bin meiner Familie, meinen Freunden und den vielen Unterstützern für das investierte Herzblut sehr dankbar und habe mich über die gute Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlern, Sponsoren und Partnern immer sehr gefreut." Es seien spannende Jahre gewesen, "auch wenn wir oft unsere Grenzen aufgezeigt bekommen haben, einige Spiele, unter anderem gegen Friedrichshafen oder Berlin, bleiben aber unvergessen". Doch man müsse auch loslassen können.

"Nun ist es an der Zeit, dem Stammverein Solingen Volleys als Lizenzinhaber die Verantwortung für das tolle Projekt für die Region und für die Jugend zu übertragen, damit es zukünftig nach den Vorstellungen des Vereinsvorstandes gelebt werden kann", sagt Weissenbach. "Dafür drücke ich den Verantwortlichen Andreas Seidensticker und Frank Henkel die Daumen." Im Vorstand der Volleys wusste man von Weissenbachs Überlegungen, zeigt sich aber vom Zeitpunkt des Schritts überrascht. Der Vorsitzende Andreas Seidensticker betont aber die Verdienste des Managers: "Helmut hat unglaubliches geleistet, dafür sind wir ihm dankbar."

"Mein großer Dank gilt den vielen Sponsoren und besonders dem Förderer Michael Kölker, denn nur durch sie konnte in den letzten zwei Jahren der Traum von der Volleyball-Bundesliga in der bergischen Region für die Fans, aber auch für die Jugend ermöglicht werden", sagt Weissenbach, der dem Verein gerne als Jugendtrainer der U 12 und U 13, in der auch sein Sohn spielt und die tolle Erfolge feiert, erhalten bleiben möchte. "Eine adäquate Ausbildung der Jugendlichen ist mir sehr wichtig, deshalb würde ich dieses Projekt gerne weiter mit vorantreiben", sagt Weissenbach.

Trotz dieser Entwicklungen steht für die Profi-Mannschaft der Bergischen Volleys ihr letztes Saisonspiel auf dem Plan - und die Ausgangslage ist klar: Verliert das Schlusslicht der Bundesliga am Sonntag (16 Uhr, Wittkulle) gegen den TSV Herrsching, steht der sportliche Abstieg fest.

Bei einem Sieg - egal ob 3:0, 3:1 oder 3:2 - hätte die Mannschaft des schwedischen Nationaltrainers Johan Isacsson den Tabellenzehnten TV Rottenburg - vorausgesetzt dieser holt am Samstag in Düren keine Punkte - überholt. Vorerst zumindest. Denn alle anderen Mannschaften haben ihr letztes Saisonspiel erst am 24. März.

"Wenn elf Mannschaften in der Liga sind, muss am letzten Spieltag ein Team zugucken, und das sind halt wir", sagt Oliver Gies, bei den Volleys Teammanager, Co-Trainer und Libero. Mit Blick auf das wichtige Spiel gegen den selbsternannten "Geilsten Club der Welt" sagt der 32-Jährige: "Wir konzentrieren uns nur auf uns und werden alles dafür geben, das Maximale abzurufen. Wir wollen unbedingt gewinnen. Ob es dann reicht, werden wir sehen."

Bei einem Sieg hieße es am nächsten Samstag: Daumen drücken, dass Rottenburg in Innsbruck bei den Alpenvolleys Haching nicht punktet oder - je nachdem wie die Volleys spielen - maximal einen Zähler holt. Die meisten Spieler werden dann noch in Solingen sein.

"Wir machen noch einen Teamabschlussabend beim Portugiesen und werden zusammen Ausflüge nach Köln oder Düsseldorf unternehmen. Ende März geht es für die meisten nach Hause", sagt Gies, der das Spiel gegen Herrsching trotz des Drucks genießen möchte. Denn bei den Volleys weiß derzeit niemand, ob es aufgrund der ungewissen Zukunft das vielleicht letzte Spiel in der Bundesliga ist.

(RP)