Volleyball-Bundesliga: Hallenboden landet an falscher Adresse

Volleyball-Bundesliga : Hallenboden landet an falscher Adresse

Erstmals in der Vereinsgeschichte der Bergischen Volleys besuchte die Nationale Anti-Doping Agentur die Sporthalle Wittkulle.

Während die Niederländer Rutger Zoodsma und Mart van Werkhoven nach der 0:3-Pleite gegen die SVG Lüneburg mit Familienmitgliedern und Freunden quatschten, nippte Iurgen Hummes Specht an einem heißen Grünen Tee. Bekommen hatte er sein brasilianisches Lieblingsgetränk von zwei Freundinnen, die er aus seiner südamerikanischen Heimat kennt und die gerade zufällig ganz in der Nähe als Au-Pair-Mädchen arbeiten. In der anderen Hand hielt der 25-Jährige seine Medaille, die er als bester Spieler seines Teams verliehen bekommen hatte. Richtig glücklich war er trotzdem nicht: "Ich hätte gerne darauf verzichtet, wenn wir gewonnen hätten".

Auch die Verantwortlichen hätten gerne einen besseren Saisonstart hingelegt, aus der Ruhe lassen sie sich aber nicht bringen. "Wir brauchen mehr Zeit, Druck spüre ich nicht", sagt Trainer Johan Isacsson. "Wir werden von Woche zu Woche besser." Das sieht auch Co-Trainer Oliver Gies so: "Die Vorbereitung war kurz, da ist noch viel mehr möglich. Die Mannschaft wächst immer weiter zusammen."

Nach dem ersten Saisonspiel mit einem ausgeglichenen und zwei deutlich verlorenen Sätzen ging auch das Fazit von Manager Helmut Weissenbach in diese Richtung: "Der erste Satz hat Lust auf mehr gemacht. Das Team wird sich steigern. Wir kennen unsere Schwächen." Das Spiel gegen Königs-Wusterhausen am Sonntag, 5. November, sollte eine erste Standortbestimmung werden.

Abgesehen von den Sätzen zwei und drei war der Manager zufrieden mit dem ersten Heimspieltag: Catering, Kasse, "Fernsehturm" - alles hatte soweit geklappt. Auch die Zuschauerzahl von 450, die damit etwa im Schnitt der vergangenen Saison lag, war für Weissenbach okay: "Der Bergische HC hat ebenfalls am Sonntagnachmittag in Wuppertal gespielt, außerdem war das Wetter sehr schön."

Einige der Fans werden bemerkt haben, dass der angekündigte fremdlinienfreie Boden nicht verlegt worden war. Und zwar hatte es eine Panne gegeben. "Am Freitag haben unsere Helfer hier in der Halle auf den Boden gewartet, der um 14 Uhr angeliefert werden sollte", erzählt Weissenbach. Man wartete allerdings vergeblich. Nach Telefonaten stellte sich um 16 Uhr heraus, dass der Boden an Sponsor Brangs + Heinrich geliefert worden war. Dort hatte man die Rollen ins Hochregal gepackt und Feierabend gemacht. "So hatten wir keine Chance, an den Boden dranzukommen", erklärt der Manager, der aber auch sauer war: "Gerflor hat innerhalb von zwei Monaten gleich zwei Mal falsch angeliefert."

Auch wenn der Boden nicht da war, eine andere Premiere gab es dennoch: Erstmals in der Volleys-Geschichte besuchte die Nationale Anti-Doping Agentur (Nada) die Halle an der Wittkulle. Andrew Benz und Rutger Zoodsma wurden ausgelost und mussten eine Urinprobe abgeben - netterweise erst, nachdem sich der Niederländer von seiner Mutter und zwei Freundinnen verabschiedet hatte.

(RP)
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