Volkshochschule bildet bergische Gästeführer aus

Ausbildung an der Volkshochschule : Gästeführer für die Region gesucht

Im Wintersemester 2019/2020 startet an der Bergischen Volkshochschule eine Ausbildung, die unter anderem touristische Highlights von Solingen, Remscheid und Wuppertal vermittelt. Anfragen von Touristen steigen.

Das Bergische Städtedreieck hat eine Menge an touristischen Attraktionen zu bieten. Schloss Burg, Müngstener Brücke, der Brückenpark inklusive Schwebefähre, die Schwebebahn in Wuppertal, die im August auch wieder fahren soll, sind dabei nur wenige Highlights, die von Touristen gerne besucht werden.

„Wir bekommen immer mehr Anfragen von Reisegruppen, die nicht nur eine Stadt, sondern alle drei per Bus erkunden wollen“, sagt Holger Piwowar. Der Geschäftsführer Bergisches Land Tourismus Marketing (BLTM) hat auf die stetig wachsenden Anfragen reagiert. Von daher werden Gästeführungen nicht nur in Solingen, Remscheid und Wuppertal allein, sondern auch regionale Tagestouren angeboten. „Es war aber schwierig, dafür geeignete Gästeführer zu finden“, sagt Piwowar.

Auch hierfür zeichnet sich nun eine Lösung ab. Im Wintersemester 2019/2020 sollen an der Bergischen Volkshochschule regionale Gästeführer ausgebildet werden. Bestandteil der Ausbildung sind unter anderem die regionsspezifischen Merkmale der Bergischen Drei, wie die Historie, die Industriegeschichte oder auch die Besonderheiten der Topografie, den herausragenden Persönlichkeiten und Sehenswürdigkeiten. Vermittelt werden sollen im Rahmen der Ausbildung auch Kultur- und Großstadterlebnisse, das touristische Angebote wie Wandern und Radfahren.

Stadtführer gibt es in Solingen, Remscheid und Wuppertal. Mit denen, aber auch mit der Bergischen Volkshochschule und dem Stadtmarketing der drei Bergischen Großstädte hat man sich zusammengesetzt, um verbindliche Pflichtmodule festzulegen. Rund 70 Stunden soll die Ausbildung zum regionalen Gästeführer im kommenden Wintersemester an der Volkshochschule dauern. Zwei Mal wöchentlich je 90 Minuten sind vorgesehen. „Der Kurs ist auf maximal 30 Personen begrenzt. 15 sollten mindestens mitmachen“, sagt Holger Piwowar. Je mehr mitmachen, desto geringer sind die Kosten für die Teilnehmer. Melden sich 15 Personen an, belaufen such die Kosten auf 239 Euro. Machen 20 Personen mit, reduziert sich der Preis auf 179 Euro.

Einer, der die Bergische Region gut kennt, ist der Remscheider Stadtführer Lothar Vieler. Der 70-Jährige hat früher als Kunsthändler gearbeitet und ist nun seit fünf Jahren mit Leidenschaft Stadt- beziehungsweise Gästeführer in der Region. „Es geht uns auch um den Nachwuchs“, betont Vieler mit Blick auf das Ausbildungsangebot. „Und es geht um Heimat. Wer Heimatliebe in sich spürt, sollte darüber sprechen und sich zum Gästeführer ausbilden lassen“, ergänzt Lothar vieler. Er hofft, dass sich möglichst viele junge Menschen finden, die Gäste durch die Region führen.

Derlei Führungen werden üblicherweise per Bus mit entsprechenden Stopps angeboten. „Die regionalen Führungen sind völlig frei. Es bleibt in der Regel den Gästen überlassen, welche Ziele sie ansteuern möchten“, erklärt der BTLM-Geschäftsführer.

Das Bergische Städtedreieck mit den Großstädten Solingen, Remscheid und Wuppertal ist durchaus beliebt. Im ersten Halbjahr, schätzt Piwowar, sind die Übernachtungszahlen in den Hotels laut dem Statistischen Landesamt gestiegen. Zahlen liegen allerdings erst bis Ende April vor, hier zeichnete sich vor allem für Wuppertal ein Plus ab. „Die Region wird aber auch von vielen Tagestouristen wie Radfahrern und Wanderern erkundet, deren Zahl jedoch nicht von offizieller Seite ermittelt wird. Hochrechnungen haben hier ergeben, dass im vergangenen Jahr etwa 22 Millionen Menschen die Bergische Region besucht haben – darunter etwa 18 Millionen Tagestouristen“, sagt der BTLM-Geschäftsführer.