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Oldtimer-Rallye: Vier Solinger touren durch Europa

Oldtimer-Rallye : Vier Solinger touren durch Europa

Zwei Teams starten im September bei einer Oldtimer-Rallye durch Süd-Europa. Bis es losgeht, wollen sie alle Verschleißteile an den Oldtimern austauschen. Der Streckenverlauf wird die Fahrzeuge herausfordern.

Elbsegler, weiße Hosen und geringelte Matrosen-Oberteile. Fast könnte man denken, Marc Baehr, Timm Kronenberg, Stefan Seeger und Lars Berger nehmen an einer Regatta teil. Doch das Quartett wählt im September den Landweg. Mit einem Ford Taunus (Baujahr 1977) und einem Opel Manta (1972) nehmen sie an der zwölftägigen European-5000-Rallye teil. Von München aus geht es etwa 5000 Kilometer über die Alpen, durch Spanien und die Atlantikküste entlang bis zum Ziel in Amsterdam.

Die beiden Fahrzeuge gehören Marc Baehr (41) und Lars Berger (42). Das Duo hat 2006 Oldtimer als Hobby für sich entdeckt. Bereits im vergangenen Jahr nahmen sie mit einem Opel Kadett an einer Rundfahrt entlang der Ostsee teil. "Wir wollten eigentlich direkt danach wieder aufbrechen", sagt Baehr. Nun machen sie sich erneut auf den Weg. Diesmal geht es in größerer Besetzung in wärmere Gefilde.

"Der Spaß steht im Mittelpunkt", sagt Rallye-Neuling Timm Kronenberg (59). Er fühlt sich an seine ersten Urlaube erinnert, als er mit einem R4 quer durch Frankreich gefahren ist. Auch für seinen Mitfahrer Stefan Seeger ist es die erste größere Tour - bisher beschränken sich seine Rallye-Erfahrungen auf die Region. "Ein bisschen fit muss man wohl sein", sagt der 59-Jährige angesichts der Fahrt in den mehr als 40 Jahren alten Autos.

Den groben Streckenverlauf regelt ein Roadbook, das die Teilnehmer von der Wettbewerbs-Leitung erhalten. "Wir freuen uns darauf, Fleckchen abseits der Strecke zu entdecken, die man normalerweise nicht sehen würde", sagt Kronenberg. Sich vorher einen Plan zu erstellen, was man entlang der Strecke sehen möchte, lohne sich nicht. Das haben Marc Baehr die Erfahrungen der ersten Tour gezeigt: "Es kommt eh anders." Das Roadbook hat noch einen weiteren Zweck. In ihm sind Aufgaben vermerkt, die die Teams erledigen müssen. Bei der Rallye entlang der Ostsee mussten Baehr und Berger etwa einen Polizisten huckepack nehmen oder mit einem Trucker Armdrücken machen. Dafür gibt es Punkte, wenngleich es für die Teilnehmer nicht ums Gewinnen gehe. Geschlafen werden soll im Zelt - die Teams sollen selber kochen. "Wir packen reichlich Ravioli ein", sagt Seeger lachend.

Bis es im September losgeht, wollen Baehr und Berger alle Verschleißteile an den beiden Oldtimern austauschen. Einzelne Bauteile nehmen sie auch mit auf die Rallye. Der Streckenverlauf wird die Fahrzeuge vor allem auf den Abschnitten durch die Alpen oder die Pyrenäen herausfordern. Damit kein Auto im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleibt, möchte das Quartett - soweit möglich - hinterein-ander fahren und über Funkgeräte in Kontakt bleiben.

Die Gruppe nennt sich selbst die "Klingenstädter Kadetten". Die Reise ist nicht nur Selbstzweck. Das Quartett möchte die Möglichkeit nutzen, Solingens Namen durch Europa zu tragen. Dazu gibt Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) ihnen Grußbotschaften für andere europäische Städte mit auf den Weg. Zudem unterstützt das Stadtmarketing die Aktion. Nach der Ankunft in Amsterdam folgt ein Besuch der Klingenstädter Kadetten in Solingens Partnerstadt Gouda.

Während des Abenteuers möchte das Quartett regelmäßig über Videos und Blogeinträge über den Verlauf der Tour informieren. Zu finden unter: www.klingenstaedter-kadetten.de

(RP)