Solingen: Vier Kitas blieben geschlossen

Solingen : Vier Kitas blieben geschlossen

Maggy Volkmann ist Erzieherin in der Kindertagesstätte Fuhr. "Kein Kind bleibt vor der verschlossenen Tür stehen", entgegnet die Verdi-Vertrauensfrau Befürchtungen, wegen des Streiks könnte die für berufstätige Eltern so wichtige Betreuung der kleinen Tochter oder des kleinen Sohnes in Gefahr geraten. Ein Notdienst sei organisiert. Eine andere Kita übernehme selbstverständlich die Betreuung.

Gut 80 Erzieherinnen trafen sich gestern zur Streikversammlung am Kindergarten Fuhr. Neben der Einrichtung an der Rankestraße blieben noch drei weitere städtische Kitas von 7 bis 11 Uhr für vier Stunden geschlossen: Hoppetosse, Quintino und Altenberger Weg. Nach dem Warnstreik am Klinikum Solingen sowie jenem der städtischen Bademeister, der Grünflächenamts-Mitarbeiter, der Politessen und der Hausmeister war es die dritte Arbeitskampfaktion, zu der Verdi aufgerufen hatte.

Nächste Woche Gespräche

Und am heutigen Freitag ruft Verdi auch die Solinger Stadtwerke-Busfahrer zum Warnstreik auf. "Das sei vorerst die letzte Aktion", berichtet Gewerkschaftssekretär Willi Oberländer mit Blick auf die nächste Gesprächsrunde in Potsdam Anfang nächster Woche. Montag und Dienstag wollen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter erneut über einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes verhandeln. Falls sich dort nichts bewegen sollte, will Verdi den Druck noch weiter erhöhen. Oberländer kündigt dann einen Warnstreik an, zu der nicht mehr einzelne Bereiche, sondern der gesamte öffentliche Dienst aufgerufen wird.

Die Mutter der zweieinhalbjährigen Lucie hat Verständnis für die Streikaktion vor der Kita Fuhr. Gestern Vormittag konnte die Berufstätige ihre Tochter hier nicht zur Betreuung schicken. Deshalb hatte sie sich extra frei genommen. Im Sommer soll auch die zehn Monate alte Hanna-Lena in der Walder Kita an der Rankestraße einen Platz bekommen. Das hofft ihre berufstätige Mutter: "Es gibt viel zu wenig Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder." Auch sie hat Verständnis für die Streikenden. "Die Erzieher müssen einen angemessenen Lohn bekommen. Wer anständig bezahlt wird, arbeitet motivierter und ist zufriedener. Umso besser können sich die Erzieher um unserer Kinder kümmern."

"Wir haben mit allen Eltern unser 130 Kinder gesprochen", sagt Maggy Volkmann. Und alle Eltern hätten Verständnis für die Streikaktion gezeigt. Sie hofft, dass die Solidarität anhält, falls der Arbeitskampf verschärft wird und es nicht bei einem Streiktag bleiben sollte. "Denn dann brauchen wir die Unterstützung erst recht."

(RP)
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