Solingen: Vier Hartschen-Klassen im Gebäude Wittkulle

Solingen: Vier Hartschen-Klassen im Gebäude Wittkulle

In drei Wochen hat die Stadt das Gebäude für die Schüler mit Behinderungen hergerichtet.

Mit einem Kraftakt hat die Stadt das Grundschulhaus Wittkulle in drei Wochen für die Wilhelm-Hartschen-Schule hergerichtet. Seit vorgestern werden vier Klassen der Mittelstufe mit rund 50 Kindern an der Wittkuller Straße unterrichtet. "Im Sinne der Kinder haben alle konstruktiv zusammengearbeitet", sagt Stadtdirektor Hartmut Hoferichter.

Das Ausweichgebäude ist zum Schulstart nach den Sommerferien erforderlich geworden: Zwei Pavillons der Schule für Kinder mit Behinderungen an der Liebigstraße, die erst vor wenigen Jahren errichtet wurden, sind von Schimmel befallen. Die Schäden gehen auf fehlerhafte Abdichtungen zurück. Nun prüft die Stadt, den Generalunternehmer, der die Gebäude baute, in Regress zu nehmen. Erwartet wird, dass die vier Mittelstufenklassen mindestens ein Jahr, wenn nicht sogar länger, zur Wittkulle ausweichen müssen.

Dort nutzen die Hartschen-Schüler das Erdgeschoss sowie im ersten Obergeschoss zwei Klassenräume für Differenzierungsunterricht. Die Stadt errichtete am Haupteingang des Schulgebäudes eine Rampe und zudem an der Treppe des Nebeneingangs einen mobilen Lift für Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen sind.

Sanitärräume wurden für die Erfordernisse der Kinder hergerichtet, das Mittagessen sowie die Fahrten der Schulbusse geregelt. Am Pausenhof entstand zudem ein neues Tor. Heute, Freitag, veranstaltet die Wilhelm-Hartschen-Schule einen Sponsorenlauf im Walder Stadion. Schulgebäude werden gebraucht, selbst nachdem der bisherige Unterrichtsbetrieb in den Klassenzimmern ausgelaufen ist: Davon ist Schulausschuss-Vorsitzender Markus Preuß überzeugt.

"Die aktuelle Entwicklung an der Wittkuller Straße gibt uns recht." Das gelte ebenso für die einstige Hauptschule Ohligs. Die Unterrichtsgebäude eben nicht zu schließen – dafür hätte seine Partei damals viel politische Kritik einstecken müssen, betont der SPD-Mann im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Wittkulle werde nun für die Kinder der Wilhelm-Hartschen-Schule benötigt; am Rennpatt würden Schüler der Gesamtschule Ohligs und des Mildred-Scheel-Berufskollegs lernen.

Preuß plädiert dafür, an diesem Kurs festzuhalten und das Unterrichtsgebäude an der Wittkulle schräg gegenüber der neuen Sporthalle der Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule in städtischer Hand zu behalten, zumal nun auch in eine behindertengerechte Renovierung für die Erfordernisse der Hartschen-Schüler investiert wurde. Werde das Gebäude für diese Schüler dann nicht mehr benötigt, sei zu prüfen, wo guter Klassenraumbedarf notwendig sei, erklärt der Schulausschuss-Vorsitzende.

(RP)